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Sachsen: Kretschmer stellt sich Corona-Demonstranten | BR24

© picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (rechts im Bild) stellt sich im Großen Garten in Dresden Anhängern von Verschwörungstheorien.

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Sachsen: Kretschmer stellt sich Corona-Demonstranten

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hat in Dresden das Gespräch mit Menschen gesucht, die gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierten. Dabei wurde er auch mit Verschwörungstheorien konfrontiert. Sein Auftritt wird mit Respekt belohnt.

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Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat am Samstag bei Corona-Protesten in Dresden Entscheidungen der Politik verteidigt und zugleich um Respekt für abweichende Meinungen geworben. Der 45-Jährige kam am Nachmittag in Begleitung weniger Mitarbeiter mit dem Fahrrad in den Großen Garten, wo sich schon an den Wochenenden zuvor bis zu 200 Menschen im Protest gegen die Corona-Einschränkungen versammelt hatten. Dieses Mal waren es deutlich mehr. Der Besuch des Ministerpräsidenten sei spontan erfolgt und deshalb vorher nicht angekündigt worden, hieß es aus der Staatskanzlei.

"Corona-Lüge" und "dunkle Mächte" am Werk

Kretschmer musste sich zahlreichen kritischen Fragen stellen. Immer wieder wurde die sofortige Aufhebung aller Beschränkungen in der Corona-Krise gefordert. Manche Gesprächspartner leugneten die Existenz des Virus und warfen der Politik vor, mit einer "Corona-Lüge" nur Angst machen zu wollen. Eine Frau sah im Gespräch mit Kretschmer "dunkle Mächte" am Werk. Mehrere Menschen äußerten Sorge vor einer staatlich verordneten Impfpflicht.

Respekt und Beifall für Kretschmers Auftritt

Kretschmer blieb etwa eineinhalb Stunden vor Ort. Einige Teilnehmer wurden verbal aggressiv, viele zollten ihm aber für seinen Auftritt Respekt, ein paar klatschten sogar Beifall. Er sei froh darüber, dass es in Sachsen keine Lkw-Kolonnen mit Särgen Toter wie in Bergamo in Italien gab, sagte Kretschmer und rechtfertigte die Einschnitte. Er habe nicht die Verantwortung für eine solche Situation tragen wollen. Manche Entscheidung sei bitter gewesen und habe auch ihm schlaflose Nächte bereitet. Man habe anfangs nicht gewusst, wie sich die Infektion übertrage: "Jetzt sind wir schlauer, und deswegen ist jetzt auch viel mehr möglich."

In ganz Deutschland haben Tausende Menschen an Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen teilgenommen. Allein in Bayern waren am Wochenende rund 70 Veranstaltungen angemeldet. Bei der größten Demonstration in Stuttgart war bereits kurz nach Beginn der ersten Kundgebung die genehmigte Maximalzahl von 5.000 Teilnehmern erreicht. Kundgebungen fanden außerdem etwa in Berlin, Frankfurt, Leipzig und Bremen statt. In Halle wurde verschiedenen Medienberichten zufolge ein ZDF-Team verbal attackiert, sonst verliefen die Demonstrationen weitgehend friedlich und störungsfrei.

© BR

Bei der Demonstration in Stuttgart waren 5.000 Menschen zugelassen - auch dort wollten mehr kommen. Es wurde eine zweite Versammlungsfläche geschaffen, um zu verhindern, dass etwas aus dem Ruder läuft. Es blieb friedlich.

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