Laut Medienberichten soll Moskau von den USA die Überstellung des verurteilten Russen im sogenannten Tiergartenmordfall gefordert haben.

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Russland will Gefangenenaustausch mit "Tiergarten-Mörder"

Russland will Gefangenenaustausch mit "Tiergarten-Mörder"

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat US-Außenminister Blinken mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow gesprochen. Dabei soll es auch um einen Häftlingsaustausch gegangen sein. Moskau will demnach den Berliner Tiergarten-Mörder freibekommen.

Zum ersten Mal seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar hat US-Außenminister Antony Blinken wieder mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gesprochen. Bei dem Telefonat habe Blinken dem russischen Chefdiplomaten deutlich gesagt, dass die USA die Pläne Russlands, weiteres Territorium der Ukraine zu annektieren, nicht akzeptieren würden. Vor allem ging es es bei dem Gespräch aber um eine Freilassung von zwei inhaftierten US-Bürgern. Im Gegenzug soll Moskau offenbar die Überstellung des wegen des Tiergarten-Mordes in Berlin zu lebenslanger Haft verurteilten Russen Vadim K. gefordert haben.

US-Vorschlag zum Austausch von Gefangenen

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, bestätigte im US-Nachrichtensender CNN einen entsprechenden Vorstoß russischer Vertreter. Er wies die Forderung aber entschieden zurück. "Zwei US-Bürger als Geiseln zu halten im Austausch für einen Mörder in einem Drittstaat ist kein ernsthaftes Gegenangebot", sagte Kirby. "Es handelt sich um einen arglistigen Versuch, einem sehr ernsthaften Angebot und Vorschlag der USA auszuweichen." Russland müsse das US-Angebot ernst nehmen.

Washington versucht derzeit, die in Russland festgesetzte Basketball-Profispielerin Brittney Griner und den ebenfalls in dem Land inhaftierten früheren US-Soldaten Paul Whelan freizubekommen. Griner war Mitte Februar am Moskauer Flughafen Scheremetjewo wegen des Besitzes von Cannabisöl festgenommen worden. Ihr drohen wegen Drogenschmuggels bis zu zehn Jahre Haft. Whelan war 2020 wegen Spionagevorwürfen zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Anfrage aus Washington an Bundesregierung

Zusätzlich verlange Moskau die Freilassung des in den USA inhaftierten russischen Waffenhändlers Viktor Bout. Die russische Regierung hat den USA diese Forderung demnach bereits Anfang des Monats über informelle Geheimdienstkanäle unterbreitet.

Der sogenannte "Tiergarten-Mörder" Vadim K. war im Dezember 2021 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Seitdem sitzt der heute 56-Jährige in Deutschland im Gefängnis. US-Vertreter hätten sich aber an Deutschland gewandt um grundsätzlich in Erfahrung zu bringen, ob K. Teil des Tauschgeschäfts werden könnte, berichtete der Nachrichtensender unter Berufung auf einen deutschen Regierungsvertreter. Das sei aber nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden.

Tiergarten-Mörder in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Berliner Kammergericht sah es bei der Verhandlung als erwiesen an, dass Vadim K. im August 2019 einen tschetschenisch-stämmigen Georgier in einer Parkanlage im Kleinen Tiergarten erschossen hatte. Nach Überzeugung der Richter handelte K., der ein Oberst des russischen Geheimdienstes FSB gewesen sein soll, im Auftrag staatlicher russischer Stellen. Russland weist solche Vorwürfe zurück. Der Fall hatte zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Deutschland und Russland geführt. Beide Staaten wiesen jeweils mehrere Diplomaten des anderen Landes aus.

Flaggen von USA und Russland

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