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Altkanzler Schröder distanziert sich von Angriff Russlands

Archivbild: Altkanzler Schröder mit Putin

Bildrechte: picture alliance/AP Photo | Alexei Nikolsky
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    Altkanzler Schröder sieht Fehler "auf beiden Seiten"

    Ex-Kanzler Schröder fordert von der russischen Regierung ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Zugleich sieht er aber viele Fehler "auf beiden Seiten" und fordert, am Dialog festzuhalten. Derweil wird die Forderung nach Sanktionen gegen Schröder laut.

    Von
    Petr JerabekPetr Jerabek
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    Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder vom Vorgehen Moskaus distanziert. Der 77-Jährige, der wegen seiner Äußerungen zum Ukraine-Konflikt und seinen Verbindungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin in der Kritik steht, schrieb auf der Internetplattform LinkedIn: "Der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine muss schnellstmöglich beendet werden. Das ist die Verantwortung der russischen Regierung."

    Schröder: Verbindungen mit Russland nicht gänzlich kappen

    In den vergangenen Jahren sei viel über Fehler und Versäumnisse im Verhältnis zwischen dem Westen und Russland gesprochen worden. "Und es gab viele Fehler – auf beiden Seiten", betonte der Altkanzler. Aber auch Sicherheitsinteressen Russlands rechtfertigten nicht den Einsatz militärischer Mittel.

    Sanktionen bezeichnete Schröder als "notwendig". Er mahnte aber, dabei dürften die verbliebenen politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verbindungen, die zwischen Europa und Russland bestünden, nicht gänzlich gekappt werden. "Denn diese sind - trotz der gegenwärtig dramatischen Lage – die Basis für eine Hoffnung, die wir alle haben: dass ein Dialog über Frieden und Sicherheit auf unserem Kontinent wieder möglich ist." Zu seiner eigenen Tätigkeit als Lobbyist für das russische Energiegeschäft äußerte sich der frühere Kanzler in seiner Stellungnahme nicht.

    Karte: Die militärische Lage in der Ukraine

    Bütikofer verlangt Sanktionen für Schröder

    Derweil fordert der Grünen-Europaabgeordnete und frühere Grünen-Chef Reinhard Bütikofer Sanktionen auch gegen den Ex-Kanzler. "Es sollte geprüft werden, ob gegen ehemalige führende Politiker in der EU, die derzeit als Lobbyisten für Putins aggressive Politik agieren, persönliche Sanktionen verhängt werden können", sagte Bütikofer dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

    Bereits am Montag hatte der damalige CSU-Generalsekretär Markus Blume von der SPD-Spitze ein klares Signal gegen Schröder verlangt. "Wann, wenn nicht jetzt, will sich die SPD von Gerhard Schröder lossagen?" Blume forderte von der SPD-Spitze einen "Schlussstrich".

    Schröder gilt als Putin-Freund

    Schröder, der als langjähriger Freund Putins gilt, ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Außerdem hat der Sozialdemokrat Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2 - beide Erdgasleitungen durch die Ostsee verbinden Russland und Deutschland. Die noch ausstehende Inbetriebnahme von Nord Stream 2 ist inzwischen von der Bundesregierung auf Eis gelegt. Im Sommer soll Schröder zudem in den Aufsichtsrat des russischen Gasriesen Gazprom einziehen.

    Für Wirbel sorgte Schröder zuletzt, als er mitten in der Eskalation vor dem Angriff Forderungen der Ukraine nach Waffenlieferungen als "Säbelrasseln" kritisierte.

    (Mit Material von AFP)

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