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Russische Regierung hat Angst vor neuer Protestkultur | BR24

© picture alliance/Artyom Geodakyan/TASS/dpa

Deutscher Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch

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Russische Regierung hat Angst vor neuer Protestkultur

Der ehemalige deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, sieht das harte Vorgehen gegen Demonstranten wie am vergangenen Samstag in der russischen Hauptstadt als Angst vor Kontrollverlust.

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Der ehemalige deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, begründet das harte Vorgehen der russischen Machthaber gegen Demonstranten mit der Sorge vor einer unerwarteten Protestkultur.

Russland will die Kontrolle behalten

Im Interview mit der radioWelt in Bayern 2 sagte von Fritsch: "Das ist eine Sorge, die man hat, dass plötzlich sich etwas gegen sie formiert, was man nicht kalkuliert hat. Und dagegen geht man mit einer Härte vor, von der man sagen kann: Ist das so nötig? Warum lässt man nicht ein paar unabhängige Kandidaten zu?' Aber man will maximale Kontrolle über das Geschehen behalten."

Größte Proteste seit Jahren in Moskau

Zehntausende Menschen hatten am vergangenen Wochenende in Moskau gegen Polizeigewalt und für freie Wahlen demonstriert. Die Kundgebung am Samstag in der russischen Hauptstadt war die größte seit vielen Jahren. Bei der diesmal zugelassenen Demonstration forderten die Menschen die Registrierung unabhängiger Kandidaten zur Stadtratswahl am 8. September. Außerdem forderte die Menge die Freilassung von Oppositionspolitikern, darunter Alexej Nawalny und Ilja Jaschin, die im Arrest sitzen.

Moskau erlebt derzeit die größten Proteste seit Jahren. Allein an den vergangenen drei Wochenenden wurden mehr als 2.000 Menschen während der Kundgebungen in der russischen Hauptstadt festgenommen.