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Runder Tisch zu Skitouren in Tirol: Kommunikation statt Strafen | BR24

© Land Tirol

Ein Tourengeher in Aktion.

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Runder Tisch zu Skitouren in Tirol: Kommunikation statt Strafen

Skitourengehen ist in Tirol zum Breitensport geworden. Das birgt jedoch auch Konfliktpotential. Zuletzt hatte ein Tourengeher einen Pistenraupenfahrer angegriffen. Tirols Sportlandesrat Josef Geisler hat daher zu einem runden Tisch eingeladen.

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In Tirol hat sich das Tourengehen auf gesicherten Pisten zu einem echten Breitensport entwickelt. Mit der steigenden Zahl haben allerdings auch die Konflikte zugenommen. Es geht vor allem um die Beanspruchung von Liftparkplätzen auf Kosten der Skifahrer, um zu zahlende Parkgebühren oder um Streitereien am Berg. Der Angriff eines Pistengehers auf einen Pistenraupenfahrer am Rangger Köpfl bei Innsbruck hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt.

© BR24

Im Skigebiet Rangger Knöpfl in Österreich hat ein Tourengeher einen Pistenraupenfahrer angegriffen. Das Video zum Vorfall sorgt in den sozialen Netzwerken für Aufsehen.

Tirols Sportlandesrat Josef Geisler hat daher Vertreter der Seilbahnwirtschaft, der alpinen Vereine sowie Sport- und Forstfachleute zu einem runden Tisch eingeladen.

Kommunikation und Information verstärken

Das Ergebnis: Statt Strafen mehr Kommunikation. "Fehlverhalten beim Pistentourengehen darf nicht aus mangelnder Kenntnis der Regeln resultieren. Wir setzen in Tirol auf attraktive Angebote für PistentourengeherInnen, auf gezielte Lenkungsmaßnahmen sowie auf Information und Bewusstseinsbildung", fasst Landeshauptmannstellvertreter Geisler wesentliche Ergebnisse der Besprechung zusammen.

So wird es verstärkt Tafeln mit den Regeln für das Pistentourengehen an den klassischen Einstiegsstellen in den Skigebieten geben. Empfohlen wird beispielsweise, dass Tourengeher nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen, bis 22.30 Uhr die Piste verlassen und Hunde nicht mitnehmen. Zudem sind Videos zu den Verhaltensregeln geplant, die noch diesen Winter gedreht werden.

© Land Tirol/Entstrasser-Müller

Sportlandesrat Josef Geisler präsentiert "10 Empfehlungen für Pistentouren".

Im Rahmen des Programms "Bergwelt Tirol - miteinander erleben" wird zudem die Zusammenarbeit mit interessierten Skigebieten im Bereich Tourenplattformen gefördert. Wer künftig eine Tour plant, kann sich somit tagesaktuell über die Zeiten für Abendpistentouren, Sperren und auch Verhaltensregeln informieren.

"Wenn wir wollen, dass die Bewegung in der freien Natur auch in Zukunft mit möglichst wenigen Einschränkungen möglich ist, müssen alle an einem Strang ziehen." Josef Geisler, Sportlandesrat von Tirol

Leitsystem und definierte Aufstiegsrouten

Bereits 2016 hat das Land Tirol ein Pistentourenmodell und ein eigenes Pistentourenleitsystem entwickelt. Acht Skigebiete haben das Leitsystem bislang implementiert.

Seitens des Landes ist man nun gewillt, noch mehr fachliche Beratung und finanzielle Unterstützung für Tourismusverbände und Skitgebiete anzubieten, wenn es um die gezielte Lenkung von TourengeherInnen geht oder für diese separate Aufstiegsspuren geschaffen werden. Das Land Tirol fördert sowohl die Konzeption wie auch die Umsetzung von Tourenangeboten mit 50 Prozent der Nettokosten.

Als Anreiz für die vorbildliche Umsetzung von Tiroler Pistentourenmodellen soll es künftig in Ergänzung zum Pistengütesiegel auch ein Qualitätssiegel geben. Die Kriterien dafür sind bereits in Ausarbeitung.

Noch keine Strafen

Von gesetzlichen Maßnahmen und allfälligen Strafen für ein Fehlverhalten wird somit vorerst noch abgesehen, obwohl es hierzu Spielräume geben würde. Ob und wie von den PistentourgeherInnen künftig auch ein Entgelt eingehoben wird, bleibt Sache der Skigebietsbetreiber.

© Land Tirol/Pichler

Runder Tisch zum Thema Tourengehen in Tirol.

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