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Rürup empfiehlt gesetzliche Rentenversicherung auch für Lehrer | BR24

© dpa/pa/Oliver Berg

Archivbild: Bert Rürup

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    Rürup empfiehlt gesetzliche Rentenversicherung auch für Lehrer

    Der Rentenexperte Bert Rürup ist dafür, manche Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren - und etwa den Beamtenstatus für Lehrer abzuschaffen. In einem Zeitungsinterview nennt er Österreichs Rentensystem in Teilen als Vorbild.

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    Der Rentenexperte und frühere "Wirtschaftsweise"Bert Rürup hat dafür plädiert, Teile der Beamtenschaft in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren. In der "Süddeutschen Zeitung" schlug er vor, den Beamtenstatus für Lehrer, Hochschullehrer und große Teile der öffentlichen Verwaltung abzuschaffen, um das Rentensystem finanziell nachhaltiger zu gestalten. Ein solcher Systemwechsel würde aber ein Übergangsproblem schaffen.

    "Wenn man beschließt: 'Wir ersetzen die Beamtenversorgung und stellen nur noch Angestellte ein' -so werden die bis dahin in der Beamtenversorgung erworbenen Ansprüche damit ja nicht hinfällig. Sie sind eigentumsrechtlich geschützt und müssen weiter bedient und finanziert werden." Rentenexperte Bert Rürup

    In der Übergangsphase müssten die Dienstherren für bestehende Anwartschaften aufkommen, und zusätzlich wären Beiträge für die neuen Angestellten zu leisten, erklärte Rürup in dem Interview.

    Vorbild Österreich

    Österreich könnte in diesem Zusammenhang Vorbild sein: Dort wurde 2004 eine Rentenreform eingeführt, durch die Beamte schrittweise in die allgemeine Rentenversicherung integriert werden. Diese Übergangsphase werde erst 2040 weitestgehend abgeschlossen sein.

    Bert Rürup aber räumt ein, dass die politischen Präferenzen in Österreich andere als in Deutschland seien: "Dort leistet man sich bewusst ein teures Rentensystem, während hier mehr auf finanzielle Nachhaltigkeit geachtet wird." Dennoch könne die deutsche Politik Anregungen aus Österreich aufnehmen, zum Beispiel das hohe Anfangsniveau der Renten verbunden mit geringeren jährlichen Steigerungen.

    Die Alterssicherungssysteme in Deutschland und Österreich unterscheiden sich stark. In Österreich gehen Männer mit 65 Jahren in Ruhestand, Frauen mit 60, allerdings wird deren Pensionsalter bis 2024 schrittweise auf 65 angehoben. Das ist aber immer noch geringer als die 67 Jahre, die von 2031 an in Deutschland gelten. Zudem liegen in Österreich die Rentenbeiträge bei 22,8 Prozent des Einkommens. In Deutschland sind es 18,6 Prozent.

    Debatte über Rentenalter

    Die Bundesbank hatte kürzlich die Debatte um eine weitere Anhebung des Rentenalters auf fast 70 Jahre befeuert. Seit 2012 wird die Altersgrenze für den Bezug der gesetzlichen Rente schrittweise von 65 auf 67 Jahre im Jahr 2031 angehoben. Doch das wird nach Expertenansicht nicht ausreichen, weil ab Mitte der 2020er Jahre die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichen. Gewerkschaften kritisierten die Diskussion scharf. Sie lehnen es ab, dass das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen.

    Bis März soll eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission Vorschläge zur Stabilisierung des deutschen Rentensystems machen.

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