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Rückholung von Europäern beschäftigt EU-Außenminister | BR24

© dpa/pa/Clara Margais

17.3.2020: Heimflug aus Mallorca für gestrandete Urlauber

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    Rückholung von Europäern beschäftigt EU-Außenminister

    Die EU-Außenminister beraten heute über die Rückholung gestrandeter Touristen. Tausende warten auf ihre Heimreise - der Flugverkehr ist wegen der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen. Außenminister Maas fordert eine bessere Zusammenarbeit.

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    Über die Rückholung von Europäern aus Drittländern angesichts der Ausbreitung des Coronavirus beraten die Außenminister der 27 EU-Staaten heute in einer Videokonferenz. Wegen der fortschreitenden Ausbreitung des Virus können die Minister nicht wie gewohnt nach Brüssel reisen. Die EU unterstützt die Rückkehr von EU-Bürgern, die im Ausland festsitzen, weil Flüge im Zuge der Corona-Krise abgesagt wurden. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell will diese Aktion in den Mittelpunkt der Konferenz stellen.

    Maas: Große Herausforderungen

    Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte zuvor auf Schwierigkeiten bei der Hilfe für deutsche Urlauber im Ausland hingewiesen. "Oft stehen wir dabei vor großen Herausforderungen, damit die Menschen überhaupt die Flughäfen erreichen können", sagte der Minister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In vielen Ländern sei zum Beispiel der inländische Flugverkehr zum Erliegen gekommen. Maas betonte, er fände es "sinnvoll", solche Rückholaktionen "auf europäischer Ebene zu organisieren", damit alle einen Überblick hätten, wo Maschinen für Rückholaktionen hinflögen und damit diese Staatsbürger unterschiedlicher Länder mitnähmen.

    Tausende warten auf Reisemöglichkeiten

    Deutschland hatte wegen der Corona-Krise die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik gestartet. Bis Freitag wurden zusammen mit den Reiseveranstaltern und der Lufthansa bereits 96.000 Touristen zurückgeholt. Es sei mittlerweile davon auszugehen, dass es um bis zu 200.000 deutsche Touristen im Ausland gehe, sagte Maas. Viele weitere hätten sich registriert und warteten auf Flugmöglichkeiten. Derzeit gibt es wegen des Coronavirus eine weltweite Reisewarnung.

    Vor der Videokonferenz mahnte Maas eine bessere Abstimmung der Mitgliedsländer an. Die Koordination der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie auf EU-Ebene sei auch wegen der sehr unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Ländern "im Moment nicht einfach", sagte Maas im ZDF-"Morgenmagazin". Dennoch könnten die EU-Länder "in Kooperationsfragen noch etwas zulegen".

    Als Bereiche für eine verstärkte Zusammenarbeit nannte Maas das "Grenzmanagement" und die Verteilung medizinischer Güter, damit sie "da hinkommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden". Deutschland etwa habe am Sonntag eine Maschine mit sieben Tonnen Hilfsgütern, insbesondere 300 Beatmungsgeräten, in das besonders schwer betroffene Italien geschickt.

    Außerdem zeige die Bereitschaft Baden-Württembergs und des Saarlands, schwerstkranke Corona-Patienten aus überlasteten Gebieten Frankreichs aufzunehmen, dass "dort, wo es geht und dort, wo die Länder noch Kapazitäten haben, man sich auch gegenseitig hilft".

    Lage in Syrien

    Weitere Themen der EU-Außenminister dürften die nach wie vor kritische Situation in Syrien und die angespannte Lage an der EU-Außengrenze zur Türkei sein. Borrell will die Außenminister zudem über die Fortschritte zur Einsetzung der neuen Mission "Irene" informieren. Sie soll das Waffenembargo gegen Libyen auf dem Mittelmeer und aus der Luft überwachen und die bisherige Marinemission "Sophia" ablösen.

    Nach Auffassung Russlands braucht die EU für die Mission ein neues Mandat der Vereinten Nationen. Russland erwarte, über eine neue Operation im Mittelmeer "rechtzeitig unterrichtet zu werden", sagte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow der Zeitung "Welt". Russland hat im Sicherheitsrat ein Vetorecht.

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