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RKI zu Corona: Prävention ist besser als Hinterherlaufen | BR24

© ARD/Birgit Raddatz

Das Robert Koch-Institut ist alarmiert: Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen steigt wieder deutlicher. RKI-Präsident Wieler fürchtet, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreiten könnte und ruft eindringlich dazu auf, Hygieneregeln einzuhalten.

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RKI zu Corona: Prävention ist besser als Hinterherlaufen

Das Robert Koch-Institut ist alarmiert: Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen steigt wieder deutlicher. RKI-Präsident Wieler fürchtet, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreiten könnte und ruft eindringlich dazu auf, Hygieneregeln einzuhalten.

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"Wir haben es in der Hand" – das ist die Botschaft des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. Die Welt stecke mitten drin in einer sich rasant entwickelnden Corona-Pandemie. Das gelte vor allem fürs Ausland – etwa die USA, Brasilien, Indien und Südafrika.

Doch auch die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sieht Wieler mit Sorge: Inzwischen gebe es viele kleine Ausbrüche bundesweit. Zuletzt lag die Zahl der täglichen Neuinfektion zeitweise über 800. Wielers Hoffnung, dass sich die Zahl im Sommer stabil unter 300 drücken lässt, hat sich nicht erfüllt.

AHA-Regeln einhalten

Damit sich das Corona-Virus nicht unkontrolliert ausbreitet, setzt der RKI-Präsident vor allem auf eines: die strikte Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln. Also mindestens 1,5 Meter Abstand halten, auf Hygiene achten und die Alltagsmaske tragen. Und zwar auch unter freiem Himmel, wenn man viele Menschen um sich hat.

Wieler warnt davor, jetzt nachlässig zu werden. Er appelliert, alle Menschenansammlungen zu vermeiden und spricht davon, wie "rücksichtslos und fahrlässig" es sei, "wilde Partys" zu feiern. Dabei sei eines klar: "Diese Regeln werden wir noch monatelang einhalten müssen. Niemand sollte sie mehr in Frage stellen." Dann sei er auch optimistisch, dass eine zweite Welle zu verhindern ist.

Wo wird das Virus übertragen? Überall!

Doch momentan überwiegt im Robert Koch-Institut die Sorge, dass sich gerade eine Trendumkehr andeutet. Dass also die Zahlen dauerhaft steigen – und das wäre kein guter Ausgangspunkt, wenn man auf Herbst und Winter blickt. Dann kommen nämlich wieder zusätzlich treibende Faktoren dazu: Präsenzunterricht in Schulen, Verlagerung des Alltags von draußen nach drinnen, weniger Lüften.

Die Übertragungsorte sind nach Erkenntnissen des RKI inzwischen vielfältig und nahezu überall zu finden. Der Leiterin des Lagezentrums, Ute Rexroth, zufolge wird Corona bei Familienfeiern, wie zum Beispiel Hochzeiten, übertragen, bei Treffen mit Freunden, am Arbeitsplatz, in Pflegeeinrichtungen und Altenheimen. Rexroths Devise lautet: Vorbeugen – denn "bei Covid-19 läuft man hinterher, kann gar nicht schnell genug alle Kontakte" eines Infizierten ermitteln.

Reiserückkehrer derzeit nicht das Hauptproblem

Am Anfang der Pandemie gab es viele Reisende unter den Infizierten. Das änderte sich mit den Reisebeschränkungen, nimmt inzwischen aber durch die Lockerungen und die Urlaubszeit wieder zu. Laut Rexroth ist es aber schwer nachvollziehbar, wo sich die Betroffenen genau anstecken: im Flugzeug oder am Flughafen, bei Zubringerfahrten mit Bahn oder Taxi, in Hotels.

In diesem Zusammenhang mahnt RKI-Präsident Wieler, den Urlaub ebenso wie den Beruf und das Privatleben daheim als Teil der Vorsorge zu begreifen. Sprich "sich im Urlaub vernünftig zu verhalten", das Risiko zu reduzieren, indem man auch da seine Kontakte stark einschränke. Insgesamt, so betont die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Rexroth, sei der Bereich Reiserückkehrer aber nicht dominant. Der "allerwahrscheinlichste Ort der Ansteckung" bleibe Deutschland.

© BR

RKI-Präsident Lothar Wieler warnt vor einer zweiten Welle und ruft die Bürger zur Disziplin auf.

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