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RKI-Präsident Wieler warnt wegen Mutanten vor Wendepunkt | BR24

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Trotz sinkender Infektionszahlen mahnt Bundesgesundheitsminister Spahn zur Vorsicht. Das Virus gebe nicht auf und es gebe eine besorgniserregenden Anstieg von Virus-Mutationen. RKI-Chef Wieler spricht von einem Wendepunkt.

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RKI-Präsident Wieler warnt wegen Mutanten vor Wendepunkt

Trotz sinkender Infektionszahlen mahnt Bundesgesundheitsminister Spahn zur Vorsicht. Das Virus gebe nicht auf, es gebe einen besorgniserregenden Anstieg von Virus-Mutationen. RKI-Chef Wieler spricht von einem Wendepunkt.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in Berlin angesichts der aktuell grassierenden Corona-Mutanten zu weiterer Vorsicht gemahnt: "Das Virus gibt nicht einfach auf", sagte Spahn. Zwar habe man einerseits sinkende Fallzahlen und stetig steigende Impfungen. Der Anteil an mutierten Viren an der Zahl der Neuinfektionen steige jedoch "besorgniserregend". Er könne das Bedürfnis nach Lockerung nachvollziehen, aber: "Wir müssen beim Öffnen sehr behutsam und umsichtig vorgehen."

Spahn erläuterte, dass laut dem Robert-Koch-Institut inzwischen wohl jeder fünfte Infizierte in Deutschland mit der Virusvariante aus Großbritannien infiziert sei. Er begrüßte die Maßnahmen der Bundesländer wie beispielsweise die Grenzkontrollen.

Spahn zufrieden mit Impfkampagne

Spahn zeigte sich zufrieden mit der Impfkampagne. Diese werde immer schneller, immer mehr Impfdosen seien verfügbar. Mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson stehe bereits ein vierter Impfstoff "vor der Tür". 5 Millionen Impfungen hätten laut Spahn in Deutschland bereits stattgefunden, darunter 3 Millionen Erstimpfungen. Dabei betone der Gesundheitsminister den hohen Anteil an Zweitimpfungen. Im internationalen Vergleich liege Deutschland dabei durchaus weit vorne.

Bis Ende nächster Woche werden laut Spahn 10 Millionen Impfdosen in Deutschland ausgeliefert. Diese müssten möglichst schnell verimpft werden, daran werde in den Ländern bereits intensiv gearbeitet. Die Geschwindigkeit müsse verdoppelt werden, um die Impfdosen auch zu verimpfen, so Spahn. Außerdem wies der Gesundheitsminister darauf hin, dass es noch kein Datum für den Start der Impfungen in den Arztpraxen gibt. Dieses werde folgen, wenn ausreichend Impfdosen vorhanden sind.

Lehrer und Kita-Betreuer sollen schneller geimpft werden

Spahn will außerdem zügig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Grundschullehrer und Kita-Betreuer schneller geimpft werden als bislang geplant. Er wolle das zeitnah mit den Ländern besprechen, es zeichne sich ein Konsens ab, sagte Spahn.

Bei ihren Beratungen vom 10. Februar hatten sich die Länder ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür ausgesprochen, die Grundschullehrer und Kita-Mitarbeiter in der Impfverordnung von der Gruppe mit der Priorität drei in die zweite Gruppe hochzustufen.

Kostenlose Schnelltests ab März - RKI-Chef Wieler warnt dennoch vor Wendepunkt

Ab März sollen dann kostenlose Schnelltests für Bürgerinnen und Bürger verfügbar werden, so Spahn. Diese werden durch geschultes Personal durchgeführt. Wie immer, werde es vermutlich erst einmal Schlangen geben. Das sei aber auch positiv zu sehen, schließlich bedeute es, so Spahn, dass das Angebot angenommen werde. Zusätzlich solle es bald auch Selbsttests für Zuhause geben, wenn diese zugelassen sind.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte, die Infektionszahlen stagnierten auf einem Niveau, das "immer noch zu hoch" sei. Dies könne womöglich ein Wendepunkt sein, warnte er. Als Grund nannte auch Wieler, dass sich die britische Virus-Mutation massiv ausbreite. Ihr Anteil an den Infektionen steige rasant, was die Bekämpfung der Pandemie noch schwieriger mache.

"Es werden mehr junge Menschen erkranken"

Das Virus mache große Sprünge und die Situation könne sich schnell verschlechtern: "Es werden mehr junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder erkranken." Wieler rief dazu auf, Kontakte weiterhin zu beschränken und die A-H-A Regeln einzuhalten.

Auch an das korrekte Tragen von Masken erinnerte er. Der RKI-Chef rief außerdem dazu auf, das Reisen zu minimieren und Impfangebote auch wahrzunehmen. Er bekräftigte, dass alle Impfstoffe, die in Deutschland zur Verfügung stehen, sicher und wirksam seien: "Alle schützen vor einer Covid-19-Erkrankung, und soweit wir wissen, schützen sie auch vor den neuen Varianten."

Holetschek über Situation an den Grenzen

Erstmalig nahm auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) an der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage teil. Er ging dabei auf die Situation Bayerns ein, denn dort seien die Auswirkungen der Mutationen an den Grenzen durch deutlich höhere Inzidenzwerte bemerkbar. Die Grenzkontrollen seien dabei ein schwieriges, aber wichtiges Element in der Bekämpfung der Pandemie. Zudem betone er, dass die Impfstoff-Versorgung in Bayern und ganz Deutschland hochgefahren werde. Er bezeichnete diese als "Licht am Ende des Tunnels".

Außerdem sprach Holetschek den Bereich der Pflege an. Er befürwortete mutige, große Schritte, um die Pflege zu unterstützen. Dabei ginge es nicht nur um einen Bonus, sondern um nachhaltige Unterstützung für die Zukunft. Man müsse beispielsweise über Steuererleichterungen und das Rentensystem nachdenken.

Bundesregierung beruft Impfstoff-Beauftragten

Die Bundesregierung setzt einen Sonderbeauftragten ein, um einen stärkeren Ausbau der Impfstoff-Produktion in Deutschland zu unterstützen. Diese koordinierende Aufgabe soll der Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Christoph Krupp, übernehmen, das bestätigte Gesundheitsminister Spahn.

Angesiedelt werden solle die Funktion beim Wirtschaftsministerium. Demnach soll der neue Beauftragte vor allem Ansprechpartner für Hersteller sein und ihnen dabei helfen, ihre Produktion zu steigern.

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Trotz sinkender Infektionszahlen mahnt Bundesgesundheitsminister Spahn zur Vorsicht. Das Virus gebe nicht auf, es gebe einen besorgniserregenden Anstieg von Virus-Mutationen. RKI-Chef Wieler spricht von einem Wendepunkt.

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