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Der RKI-Präsident, Lothar H. Wieler, ruft zur Kontakreduzierung zwischen den Jahren auf und fordert, nicht zu verreisen.

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RKI-Präsident mahnt: "Bleiben Sie über die Feiertage zu Hause"

Bei seiner letzten Pressekonferenz vor Weihnachten hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Robert Wieler, an die Bürger appelliert, sich über die Feiertage an die Beschränkungen zu halten. Die Impfstoffe änderten an dieser Notwendigkeit nichts.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Rüdiger Hennl

"Ich bitte sie heute eindringlich, die Feiertage in Ruhe und nur im kleinsten Kreise zu verbringen. Immer dieselben Menschen zu treffen und möglichst draußen", sagte Wieler in Berlin: "Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden um so wirksamer sein, wenn wir unsere privaten Kontakte einschränken."

"Uns stehen schwere Wochen bevor"

"Tatsächlich stehen uns einige schwere Wochen bevor, wir sollten sie nicht noch schwerer machen", mahnte der RKI-Chef und wies auf die Ernsthaftigkeit der Lage hin. Vor allem in Pflege- und Altenheimen sei die Situation kritisch, Ärzte und Pflegekräfte seien am Limit, viele Kliniken würden schon Notprogramme fahren, um auch ihre allgemeinen Aufgaben überhaupt noch bewältigen zu können.

"Es gibt nur einen Weg, wie wir hier rauskommen, wir müssen die Neuinfektionen senken. Das Virus lebt von unseren Kontakten. Reisen Sie nicht. Halten Sie sich immer und überall an die AHA+L-Regeln." Lothar Wieler, RKI-Präsident

Feiertage als kritische Größe

Es werde noch Wochen dauern, bis sich die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle deutlich reduziert und es sei zu befürchten, dass die Situation durch die Kontakte der Menschen während der Feiertage sich nicht verbessere, warnte Wieler:

"Bitte bleiben Sie, wann immer Sie können, über die Feiertage einfach zu Hause." Lothar Wieler, RKI-Präsident

Neue Virus-Variante noch kaum einzuschätzen

Zu der in Großbritannien aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus sagte Wieler, man könne "die Bedeutung dieser Variante für das Geschehen noch nicht endgültig einschätzen. Wir beobachten das sehr genau." Viren veränderten ihr Erbgut immer wieder, welche Folgen das bei der neuen Mutation des Coronavirus habe, sei noch nicht klar.

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Der Präsident des Rober Koch-Instituts, Lothar Wieler, betonte auf der Pressekonferenz, dass der Impfstoff vorerst nichts an der Gesamtsituation ändern wird. Die AHA+L-Regeln werden weiterhin gelten.

"Die Impfung wird erst einmal nichts ändern"

Wieler warnte davor, angesichts der bevorstehenden Impfkampagne bei den Anstrengungen zur Eindämmung der Neuinfektionen nachzulassen. "Die Impfung wird erst einmal nichts an der Gesamtlage ändern", betonte er, es werde "noch lange dauern", bis in Deutschland genug Menschen geimpft sind, um der Pandemie Einhalt zu gebieten.

Pandemie-Geschehen bleibt auf hohem Niveau

Die Zahl der Todesfälle und der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt währenddessen auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI aktuell 19.528 neue Fälle und 731 Todesfälle binnen eines Tages.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Dienstag mit 197,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 426,8, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgen Thüringen mit einem Wert von 299,4 und Bayern mit 215,9. Der niedrigste Wert wird in Schleswig-Holstein mit 93,6 verzeichnet.

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Seit einer Woche ist Deutschland im Lockdown. Doch die Zahlen steigen weiter: Rund 19.500 bestätigte Neuinfektionen gibt es - das sind rund 5.000 Fälle mehr als vor einer Woche. Auf den Intensivstationen bleibt die Lage angespannt.

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