Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

RKI-Impfexperte bezweifelt, ob Masern-Impfpflicht sinnvoll ist | BR24

© BR

RKI-Impfexperte Ole Wichmann bezweifelt die Sinnhaftigkeit einer Masern-Impfpflicht für Kinder. "Bevor man mit so einem Instrument wie der Impfpflicht ankommt, muss man genau abwägen, was man damit erreichen kann", sagt er.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

RKI-Impfexperte bezweifelt, ob Masern-Impfpflicht sinnvoll ist

Der Leiter der Impfprävention am Robert-Koch-Institut, Ole Wichmann, hinterfragt die Sinnhaftigkeit einer Masern-Impfpflicht für Kinder: "Ich persönlich bin nicht ganz so überzeugt, dass wir damit so viel anstellen können."

Per Mail sharen
Teilen

Der Leiter der Impfprävention am Robert-Koch-Institut, Ole Wichmann, hält eine Impfpflicht bei Masern persönlich nicht für sinnvoll.

"Bevor man mit so einem Instrument wie der Impfpflicht ankommt, muss man genau abwägen, was man damit erreichen kann. Ich persönlich bin nicht ganz so überzeugt, dass wir damit ganz so viel anstellen können." Ole Wichmann, Leiter Impfprävention RKI

Bei Masern etwa gebe es vor allem altersspezifische Impflücken, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. "Die großen Impflücken sind eher in höherem Alter", betonte Ole Wichmann im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

Außerdem gebe es außer Masern auch andere Krankheiten, bei der eine höhere Impfquote wünschenswert wäre, so der Experte.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Wichmann wies darauf hin, dass es zum Beispiel seit Jahren Impfstoffe zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs gebe.

"Und dort liegen wir bei einer Impfquote von gerade einmal 40 Prozent bei unseren Mädchen. Das ist eine Impfung, wo man sich vor Krebs schützen kann. Hier haben wir ein Werkzeug in der Hand, wo man mit hohen Impfquoten viele tausende von Krebsfälle und auch Todesfälle effektiv verhindern kann." Ole Wichmann, Leiter Impfprävention RKI

Relativ hohe Impfquote bei Kleinkindern

Die verpflichtenden "U-Untersuchungen" der Kinderärzte würden bei Kleinkindern für ausreichend hohe Impfquoten sorgen, sagte der Impfexperte.

"Das Problem ist, wie erreichen wir die Jugendlichen und jungen Erwachsene?" Ole Wichmann, Leiter Impfprävention RKI

Wichmann forderte die Krankenkassen und Ärzte auf, aktiv zu den sogenannten "J-Untersuchungen" für Jugendliche einzuladen.

"Ich finde, bevor wir eine Impfpflicht einführen, sollten wir erst einmal versuchen, andere Sachen zu optimieren bei uns." Ole Wichmann, Leiter Impfprävention RKI
© BR24

Masern und andere Erkrankungen treten wieder häufiger auf - obwohl es wirksame Impfstoffe gibt. Hilft eine Impfpflicht?