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RKI: Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag | BR24

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Ein Corona-Test wird ausgewertet.

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    RKI: Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

    Das Robert Koch-Institut meldet 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden - ein neuer Höchstwert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus ist um 166 gestiegen, aktive Covid-19-Fälle gibt es derzeit geschätzt über 215.000.

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    • BR24 Redaktion

    Erstmals sind in Deutschland mehr als 20.000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18.681 gelegen.

    166 weitere Corona-Tote und über 215.000 aktive Covid-19-Fälle

    Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619.089 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 06.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11.096. Das RKI schätzt, dass rund 402.500 Menschen inzwischen genesen sind.

    Das heißt, es gibt demnach derzeit gut 216.500 aktive Corona-Fälle. Da die Zahl der genesenen Covid-19-Patienten nicht meldepflichtig ist und damit nicht offiziell registriert werden kann, ist das allerdings eine Einschätzung.

    R-Werte liegen jeweils unter 1

    Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

    Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, am besten bei bei 0,7 oder noch niedriger.

    Das RKI gibt auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an, der das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen zeigt. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Donnerstag liegt er bei 0,93, also ebenfalls leicht unter 1.

    Wirkung des Teil-Lockdowns zeigt sich erst mit Zeitverzögerung

    Dass die Zahlen trotz Teil-Lockdown weiter so hoch sind, liegt unter anderem daran, dass sich die Wirkung der seit Montag geltenden Corona-Beschränkungen erst mit einer Zeitverzögerung zeigt. Wegen der Spannen von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung dauert es nach RKI-Angaben etwa zwei bis drei Wochen.

    Weiterhin ein Problem: Die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, hat zuletzt stark zugenommen. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle hat sich nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in den vergangenen zwei Wochen von 943 Patienten (21.10.) auf 2.546 Patienten (4.11.) fast verdreifacht. Am gestrigen Donnerstag lag die Zahl dann bei 2.653.

    Immer mehr ältere Personen unter Covid-19-Fällen

    Die steigenden Zahlen liegen auch daran, dass seit Anfang September der Anteil älterer Personen unter den Covid-19-Fällen wieder zunimmt - und sie haben eben ein höheres Risiko, schwer zu erkranken. Der bisherige Höchststand hatte laut DIVI bei 2.933 am 18. April gelegen.

    Selbst bei einem Abflachen der Zahl der Neuinfektionen würde die Belastung der Kliniken zunächst wohl weiter zunehmen: Etwa zehn Tage dauert es nach Expertenangaben im Schnitt, bis Patienten mit Symptomen auf die Intensivstation verlegt werden müssen. Beatmete Patienten bleiben dort meist mehrere Wochen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen wirkt sich darum ebenfalls erst verzögert auf die Zahl der Todesfälle aus.

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