BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler warnt in seiner wöchentlichen Einschätzung der Corona-Lage ausdrücklich vor den Corona-Mutationen.

203
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

RKI-Chef Wieler warnt vor Ausbreitung der Virus-Mutationen

Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet, dass die britische Mutante demnächst die Oberhand gewinnt. Weil die Variante "noch ansteckender und noch gefährlicher" sei, werde es schwieriger, "das Virus im Zaum zu halten", so RKI-Chef Wieler.

203
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion
  • Claudia Heider

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht "Signale einer Trendumkehr" bei der Corona-Pandemie in Deutschland. Es erwartet, dass die ansteckendere britische Mutante demnächst die Oberhand gewinnt: "Es ist absehbar, dass B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. "Dann wird es noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten." Die in Großbritannien entdeckte Variante sei "noch ansteckender und noch gefährlicher".

Positiv: Inzidenz bei den über 80-Jährigen geht zurück

Die jüngsten Zahlen seien zwar auch positiv: So gehe die Inzidenz in der Altersgruppe über 80 Jahre wegen der Impfungen zurück. Auch die Zahl der Intensivpatienten und der Toten sei rückläufig. Es gebe aber nach wie vor noch zu viel Tote. Und die Inzidenz bei den unter 80-Jährigen steige wieder an, sagt Wieler.

Spahn: Ausreichend Tests vorhanden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet bei der Bereitstellung von ausreichenden Tests keine Probleme. "Wir sind doch Logistikweltmeister", sagt der CDU-Politiker auf der gemeinsamen Presskonferenz mit dem RKI in Berlin. "Das wird sich schnell einspielen können." Der Bund habe im übrigen derzeit mindestens 50 Millionen Schnelltests im Monat abgesichert, abgerufen würden zehn Millionen.

Pro Bürger ein kostenloser Schnelltest pro Woche

Ab Montag übernimmt der Bund die Kosten für einen Schnelltest pro Woche für jeden Bürger. Dies soll Spahn zufolge in lokalen Testzentren erfolgen. Er warb aber um Verständnis dafür, wenn die Tests nicht von Beginn an überall sofort verfügbar sind, weil die Infrastruktur dafür noch aufgebaut werden muss.

Jeder Schüler soll sich pro Woche zweimal selbst testen können

Spahn betonte nochmals, es müsse zwischen den durch Dritte vorgenommenen Schnelltests und den seit vergangener Woche auch in Deutschland zugelassenen Selbsttests unterschieden werden, die jeder allein machen kann. Solche Selbst- oder Eigentests sind Spahn zufolge derzeit von sieben Herstellern zugelassen. Seinen Worten zufolge könnten pro Woche 20 Millionen dieser Tests geliefert werden. Damit könne jeder Schüler zweimal pro Woche getestet werden.

Absicherung der Schulöffnungen mit Massentests

Am Mittwoch hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern einen Plan für Öffnungen beschlossen, der unter anderem durch regelmäßige Massentests abgesichert werden soll. Neben den Tests für jeden Bürger soll es regelmäßige Tests auch in Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Unternehmen geben. Welcher Test - Schnell- oder Selbsttest - jeweils zur Anwendung komme, liege an der jeweiligen Situation, sagte Spahn. So seien Lehrer vielerorts schon in der Anwendung der Schnelltests geschult. Für Schüler kämen indes eher Selbsttests infrage. Sie müssen nicht durch die Nase in den Rachen eingeführt werden, sondern es reicht ein Abstrich aus Mund oder Nase.

Spahn: "Man darf das Erreichte nicht verspielen"

Spahn betonte, der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz zeige "das Ringen darum, die richtige Balance zu finden": zwischen dem Bedürfnis nach mehr Normalität und der Notwendigkeit, die Gesundheit zu schützen. Man dürfe das Erreichte nicht verspielen.

Ziel: Ein Frühling mit möglichst wenigen Neuerkrankungen

Zuletzt seien die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) tendenziell wieder gestiegen, auch würden nach wie vor zu viele Todesfälle verzeichnet, sagte Wieler. Gemeinsames Ziel sei ein Frühling mit möglichst wenig Neuerkrankungen, schweren Verläufen und Todesfällen. "Das können wir erreichen." Er rief dazu auf, die Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen weiter konsequent einzuhalten und Impfangebote wahrzunehmen. "Die Impfstoffe und alle, die sich impfen lassen, weisen uns den Weg aus dieser Pandemie."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!