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RKI-Chef Wieler: "Corona-Fallzahlen immer noch viel zu hoch" | BR24

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Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Institutes, berichtet, dass sich die Infektionszahlen in Deutschland stabilisieren. Unklar ist aber noch, ob damit eine Trendwende in der Corona-Pandemi erreicht ist.

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RKI-Chef Wieler: "Corona-Fallzahlen immer noch viel zu hoch"

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Corona-Lage in Deutschland nach wie vor als "sehr ernst" ein. Eine "gute Nachricht" sei allerdings, dass sich die Zahlen "auf einem hohen Niveau stabilisiert" hätten.

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Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, bezeichnet die Corona-Lage in Deutschland als "weiterhin ernst, sehr ernst". Das Infektionsgeschehen scheine sich zwar zu stabilisieren, "die Zahlen steigen nicht weiter, das ist eine gute Nachricht", sagt Wieler in Berlin. "Wir wissen aber nicht, ob das eine Trendwende ist, das müssen wir noch abwarten. Wir sind noch lange nicht über den Berg", fügte der RKI-Chef hinzu.

Wieler: "Die strengen Regeln greifen"

Die Stabilisierung der Zahlen auf hohem Niveau sei ein Hinweis, dass man langsam sehen könne, dass die strengen Regeln greifen, ergänzte die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth. Die Bevölkerung halte sich daran und die Maßnahmen wirkten. Die Fallzahlen seien trotz der leichten Entspannung aber weiter zu hoch. RKI-Chef Lothar Wieler ergänzte, er sei optimistisch, dass sich der Trend fortsetze - aber man sei noch lange nicht über den Berg. Zudem steige die Zahl der Intensivpatienten, und auch die Zahl der Todesfälle sei weiterhin "sehr hoch".

Unklar sei die Wirkung der neuen Testregelungen. Da die Labore an ihre Kapazitäten gestoßen waren, wurde zuletzt weniger, aber zielgerichteter getestet. Wie groß unterm Strich der Effekt bei den täglichen Meldungen der Infektionszahlen sei, könne man nicht genau beziffern, räumte Wieler ein.

Wieler gegen Schulschließungen

Für eine diskutierte Schließung von Schulen und Kitas wie im Frühjahr sieht der RKI-Chef derzeit keinen Grund: "Wir können das managen." Die Inzidenzen bei Kindern unter zwölf Jahren seien niedriger als in anderen Altersgruppen. Kinder liefen dem Infektionsgeschehen eher hinterher, Erwachsene steckten eher Kinder an als umgekehrt. Voraussetzung sei aber, dass die Konzepte, die die Schulen entwickelt hätten, auch umgesetzt würden.

Impfstoffentwicklung positiv

"Extrem ermutigend" bewertete Wieler die jüngsten Fortschritte bei der Impfstoff-Entwicklung. Er sei überrascht, dass es derart schnell Ergebnisse gebe. Klar sei, in dem Moment, in dem ein Impfstoff zugelassen sei, könne die Pandemie deutlich besser kontrolliert werden. Bis zu den Impfungen müssten aber die Abstands- und Hygieneregeln Bestand haben.

Deutlicher Anstieg von gestern auf heute

Das RKI hatte am Morgen 22.609 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Das waren rund 5.000 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg den Angaben zufolge um 251 auf 13.370. Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden in Deutschland seit Beginn der Pandemie 855.916 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Genesenen liegt bei rund 562.700.

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Die Corona-Infektionszahlen stabilisieren sich, allerdings auf hohem Niveau. Über 22.600 Neuinfektionen gibt es seit gestern. Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts, schätzt die Lage aber weiter als ernst ein.