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Risiko SUV? Zahlen und Fakten zum Trendauto | BR24

© Sina Schuldt/dpa-Bildfunk

Alltäglich im Stadtbild: SUVs sind Trend

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Risiko SUV? Zahlen und Fakten zum Trendauto

SUVs sind in der Autobranche zunehmend der Verkaufsschlager. Doch die Modelle finden auch viele Kritiker, gerade nach dem Unfall mit vier Toten in Berlin. Was an SUVs bemängelt wird und welches Risiko sie auf der Straße darstellen - ein Überblick.

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Vorneweg: Die Abkürzung SUV steht für Sport Utility Vehicle, und wird oft mit Geländewagen gleichgesetzt. Laut Definition des Kraftfahrt-Bundesamtes handelt es sich aber nicht um einen Geländewagen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um einen Pkw mit Offroad-Charakter.

SUVs immer beliebter

Deutschlandweit steigt die Beliebtheit der SUVs. Derzeit sind rund 3,14 Millionen davon auf unseren Straßen unterwegs. Knapp 20 Prozent mehr Zulassungen von Fahrzeugen der Kategorie SUV verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt im Januar 2019 im Vergleich zum Vorjahr. Besonders gefragte Modelle: BMW X1, Ford Kuga und Nissan Qashqai. Explizite Zahlen für Bayern werden nicht erhoben, doch auch im Freistaat dürfte der SUV-Trend weiter zunehmen.

Vorurteile gegen SUVs

Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk räumt Siegfried Brockmann, Unfallforscher beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (UDV), mit verbreiteten Vorurteilen auf. SUV-Fahrer seien als Gesamtgruppe keine schlechteren Autofahrer und SUVs im Unfallgeschehen nicht auffällig. Das habe eine Studie der Unfallforschung ergeben.

Dem Bayerischen Landesamt für Statistik zufolge machten im Jahr 2018 Unfälle, an denen SUVs beteiligt waren, einen Anteil von etwa 3,77 Prozent aus. Von insgesamt rund 77.000 Fahrzeugen, die in Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden verwickelt waren, sind knapp 2.900 SUVs.

Überblick und Sicherheitsvorteil zählen bei den Käufern

Die steigende Beliebtheit von SUVs erklärt Unfallforscher Brockmann so:

"Sehr viele Leute kaufen die Fahrzeuge, weil sie da oben höher sitzen, meinen, einen besseren Überblick zu haben und leichter rein- und rauskommen aus diesen Fahrzeugen, gerade Senioren." Siegfried Brockmann, Unfallforscher

Auch der Sicherheitsaspekt spiele bei der Kaufentscheidung eine zentrale Rolle, meint Brockmann: "Wenn ein großer SUV ein kleines Fahrzeug trifft, hat der SUV immer einen Sicherheitsvorteil: Masse gewinnt."

Gefährden SUVs Sicherheit andere Verkehrsteilnehmer?

Die These, dass SUVs besonders gefährlich wären, sei eine Verallgemeinerung, sagt der Unfallforscher: "Das geht gar nicht: Wir müssen uns darauf einigen, dass wir besonders große, besonders schwere Autos meinen." Dazu zählen neben SUVs Geländewagen und Vans.

Auch die Frage, ob SUVs für Fußgänger gefährlicher seien als etwa Kleinwagen, müsse man differenziert betrachten, sagt der Experte. Die Fahrzeugmasse spiele eine Rolle, aber nicht nur. Entscheidend seien auch die Fahrgeschwindigkeit und der Aufprallwinkel. "Das hängt sehr davon ab, wo wird der Fußgänger getroffen, an welcher Stelle", sagt Brockmann.

Kritik: SUV als Klimakiller

Gerne wird der SUV von Kritikern als "Klimakiller" dargestellt - offenbar zurecht. Fakt ist: Gegenüber einem normalen Kleinwagen ist ein SUV teils doppelt so schwer. Und mehr Gewicht bedeutet auch mehr CO2-Ausstoß. Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge liegt dieser bei einem Geländewagen oder SUV mit 198 Gramm pro gefahrenen Kilometer mehr als doppelt so hoch wie bei einem Kleinstwagen mit 90 Gramm pro Kilometer.

Parkplätze oft zu klein

Und noch ein Reizthema gibt es: Das Parken. Aufgrund seiner Größe kann der SUV schnell zum Hindernis im Straßenverkehr werden und Parkplätze blockieren.

Brockmann dazu: "Die größeren SUVs gehen mit dem Parkraum sehr verschwenderisch um. Normparklücken sind für große SUVs praktisch zu klein."

Video: Nach schwerem Unfall in Berlin: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

© BR

Nach schwerem Unfall in Berlin: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung