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Richterbund-Chef zur Clan-Kriminalität: "Zu häufig weggeschaut" | BR24

© dpa/Jörg Carstensen

Jens Gnisa, Vorsitzender Deutscher Richterbund, spricht beim Festakt "110 Jahre Deutscher Richterbund und 30 Jahre Kolumbienhilfe" in Berlin.

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    Richterbund-Chef zur Clan-Kriminalität: "Zu häufig weggeschaut"

    Die Probleme mit kriminellen Clans in Deutschland sieht Jens Gnisa, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes, als Folge mangelnder Integration: Die Großfamilien seien nicht als Kriminelle in unser Land gekommen, sagte er der "Neuen Westfälischen".

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    Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes (DRB), Jens Gnisa, sieht die "Clan-Kriminalität" auch als Ergebnis integrationspolitischer Versäumnisse. In einem Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen" sagte Gnisa, arabischstämmige Großfamilien seien "nicht als Kriminelle in unser Land gekommen".

    Bei Integration "sicher nicht alles richtig gemacht"

    Die deutsche Mehrheitsgesellschaft habe mit Blick auf Integration und Identifikation "sicher nicht alles richtig gemacht" – vor allem, was die "Kettenduldungen" angehe. "Wir haben den Aufenthaltsstatus von geflüchteten Menschen nicht konsequent geklärt und zu häufig weggeschaut", so Gnisa. "Jetzt häufen sich die Probleme."

    Große Nischen für Kriminalität in Deutschland

    Stellenkürzungen bei der Polizei und Ökonomisierungstendenzen nach dem Motto "Privat vor Staat" hätten zu einer "Laissez-faire-Politik" geführt, die der Kriminalität zu große Nischen gelassen habe. "Nun erleben wir vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Wende endlich wieder eine konsequentere Rechtsanwendung."