Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Rezo empfiehlt der Politik: "Weniger Scheiße bauen" | BR24

© ZDF

Rezo plauderte ein gutes Viertelstündchen mit Jan Böhmermann.

Per Mail sharen

    Rezo empfiehlt der Politik: "Weniger Scheiße bauen"

    Fast 15 Millionen Mal wurde Rezos Video "Die Zerstörung der CDU" geklickt. In die Politik will er deswegen aber nicht, sagte er in Jan Böhmermanns TV-Show. Für Annegret Kramp-Karrenbauer und die CDU hat er trotzdem ein paar Tipps übrig.

    Per Mail sharen

    "Wer wird als nächstes zerstört?", fragte der Satiriker Jan Böhmermann seinen exklusiven Gast. "Gar keiner", antwortete Rezo, der TV-Auftritte bislang ablehnte und in Böhmermanns Neo Magazine Royale erstmals im Fernsehen auftrat. Die letzten Wochen seien "saustressig" gewesen. In seinem nächsten Video wolle er lieber Instagram-Nachrichten vorlesen, so Rezo.

    "Ich mach das, was mein Job ist, nämlich zu unterhalten. Das ist hauptsächlich mein Ding so. Und das werde ich auch die nächste Zeit erstmal sehr verstärkt tun." Rezo

    In Berlin möchte sich Rezo weniger oft blicken lassen. Wenn ein Politiker nach Aachen kommt oder anruft, sei er aber durchaus gesprächsbereit. Um den "Rezo-Effekt" zu vermeiden, empfahl er der Politik: "weniger Scheiße bauen, das ist so der erste Schritt". Und: Politiker sollen "einfach ein bisschen menschlicher und klarer werden in der Sprache."

    Hey, Rezo, du alter Zerstörer

    Am Donnerstabend war der zurzeit wohl gefragteste Youtuber in der Sendung des ZDF-Satirikers Böhmermann eingeladen. Der begrüßte seinen Gast mit den Worten "Hey, Rezo, du alter Zerstörer!" Dies war eine Anspielung auf CDU-Jungspund Philipp Amthor. Der 26-jährige Bundestagsabgeordnete hatte bei Markus Lanz gesagt, in seinem nie veröffentlichten Reaktionsvideo auf Rezo hätte er eben diese Begrüßung als ersten Satz gesagt.

    © ZDF

    Viele Talkshoweinladungen hat Rezo abgelehnt - die von Böhmermann nicht.

    "Die Zerstörung der CDU", veröffentlicht kurz vor der Europawahl, ist inzwischen fast 15 Millionen Mal geklickt worden. Rezo wurde danach wohl in so ziemlich jede Talkshow eingeladen, entschied sich aber für Böhmermann, wie dieser nicht ohne Stolz verkündete.

    Greta Thunberg des Internets

    "Ich grill' dich heute Abend richtig", versprach Böhmermann in einem vorab verbreiteten Kurzvideo. Zwar könne er die Kritik an Rezo eigentlich nicht recht nachvollziehen, sehe dahinter eher gekränkten Stolz und verletzte Eitelkeit, aber dennoch wolle er versuchen, "auch kritische Fragen zu stellen".

    Der "Zerstörer" - mit wie gehabt blauem Haarkamm, aber diesmal im blass pinken statt orangefarbenen Kapuzenpulli - ging dann aber eher im sicheren Hafen vor Anker. Die "Greta Thunberg des Internets" - wie er in einer Einblendung bezeichnet wurde - konnte sich der Sympathie des Gastgebers sicher sein. Auffallend am Rande: Manchmal spricht Rezo mit verblüffend hoher Stimme, von Böhmermann treffend als "Hund-im-Raum-Stimme" bezeichnet.

    Kein Mitleid mit der CDU

    Der Aachener, "Sternzeichen Löwe", versicherte, dass er die Resonanz seines Videos nicht im entferntesten vorhergesehen habe. Zwar habe er für "die Guten" in den Parteien durchaus Mitleid übrig, aber er kritisierte auch:

    "Dieses Hin und Her (...) von den CDU-Leuten, also zum einen dieses Mix aus "Ich will den Typen schlecht reden, aber irgendwie muss ich auch zeigen, dass ich reden will." Rezo

    So habe CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zunächst gesagt, dass seine Quellen in dem Video eine Vermischung von Pseudofakten seien, dann wiederum, dass die Quellen gut gewesen seien.

    Der Steffen aus der Bundespressekonferenz

    Kritik hatte Rezo auch übrig für Steffen Seibert. "Wenn man "den Steffen" in der Bundespressekonferenz höre, sagt Rezo, und wenn der einem Journalisten keine Antwort gegeben habe, sage er trotzdem, "doch, hab ich beantwortet".

    "Jeder Mensch, der das sieht, spürt: "Ey, der verarscht mich gerade." Rezo

    Schwamm drüber nach Entschuldigung

    Die Entschuldigung des CDU-Politikers Roderich Kiesewetter hingegen fand Rezo gut. Kiesewetter hatte auf Twitter einen Link zu einem Video verbreitet, das ein angebliches Komplott hinter Rezo entlarvte. Allerdings wurde der Außenpolitiker von Twitter-Usern darauf hingewiesen, dass der Urheber des Videos auch homophobe und antisemitische Aussagen verbreitet. Der CDU-Politiker entschuldigte sich:

    Rezo findet, dass die Politiker mittlerweile an einem Punkt sind, an dem sie sagen können "Shit, tut mir leid". Leute würden darauf positiv reagieren nach dem Motto "Find ich gut, Schwamm drüber".

    Vorwurf von AKK versteht Rezo nicht

    Das Video habe er aus reinem Interesse gemacht und sei weder von Unternehmen noch von den Grünen dafür bezahlt worden, stellte Rezo in der Sendung klar. Überhaupt nicht verstanden habe er, was die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihrem "Meinungsmache"-Vorwurf und ihrer Forderung nach Regeln im Internet gemeint habe.

    "Hätt ich's jetzt ausgedruckt, denselben Text, und wär auf den Marktplatz gegangen, hätt' ich das auch machen dürfen. Da gibt's ja keine Regel, die da jetzt gegen spricht." Rezo