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Rettungsschiffe vor Malta: Appell an Seehofer | BR24

© dpa-Bildfunk/Chris Grodotzki/Jib Collective

Darf seit über 14 Tagen nicht anlanden: Das Rettungsschiff "Sea Watch 3"

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Rettungsschiffe vor Malta: Appell an Seehofer

Die Kinder und ihre Mütter auf den Rettungsschiffen vor Malta will Italien aufnehmen - doch was aus den anderen Geretteten wird, ist unklar. Abgeordnete des Bundestags haben sich an Bord ein Bild gemacht.

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Mit zwei Schiffen kommen die Versorgungsgüter. Doch die 32 Flüchtlinge an Bord der "Sea-Watch 3" bleiben zunächst unter Deck. Sie leiden nicht nur unter der Seekrankheit, sondern auch unter der Unsicherheit, nach über zwei Wochen auf dem Meer. Ein Schiff, das kommt, könnte immer auch schlechte Nachrichten bringen. Frank Dörner, Arzt an Bord, beschreibt die Situation:

"Man muss sich vorstellen, dass die Leute Wochen, Monate, manche sogar schon länger unterwegs sind. Häufig traumatisiert durch das, was sie selbst erfahren haben oder, was anderen passiert ist auf diesem Weg. Und jetzt auch wieder in eine Situation kommen, die hoch traumatisierend ist, wo man ihnen nicht klar sagen kann, wie geht es weiter."

Deutsche Kommunen zur Aufnahme bereit

Ein Migrant ist schon über Bord gegangen und hat versucht, nach Malta zu schwimmen, das sie von hier sehen können. Aber die Entfernung ist zu groß, Wind und Wellen zu stark - und so musste er noch einmal gerettet werden, wie schon am 22. Dezember, mitten auf dem Mittelmeer.

Mit den Versorgungsschiffen sind ein paar Journalisten gekommen und auch Politiker des deutschen Bundestages, zum Beispiel Erhard Grundl von den Grünen. Er sieht eine Verantwortung für diese Hängepartie auch in Deutschland. Er sei dort, um auch an den Innenminister zu appellieren, "an Horst Seehofer, weil an ihm hängt es jetzt, diesen Leuten hier zu helfen. Deutschland könnte sie aufnehmen. Es gibt genügend Kommunen, 30 an der Zahl, die sich bereit erklärt haben", so Grundl.

Verteilung muss Automatismus werden

Doch Italien und Malta halten ihre Häfen dicht, setzen auf Eskalation und erwarten, dass Europa sich bewegt. Mit der Solidarität ist es in Europa allerdings auch in Flüchtlingsfragen dieser Tage nicht weit her. Deshalb setzt Frank Schwabe, Bundestagsabgeordneter der SPD, auf feste Regeln. Bei der Seenotrettung sei ein klarer Schlüssel vonnöten: "Wenn die Menschen in Italien, in Spanien, auf Malta anlanden, dann muss klar sein, wie viele von denen in welche Länder weitergebracht werden. Und das muss ein Automatismus sein, der muss jetzt erprobt werden."

Zu den 32 Migranten an Bord der "Sea-Watch 3" kommen weitere 17, die auf einem Rettungsschiff der Regensburger Organisation Sea-Eye ebenfalls auf einen sicheren Hafen warten. Und sie werden nicht die einzigen bleiben. Immer wieder wagen sich die Flüchtlingsboote auch bei schlechtem Wetter von der Küste Libyens aus auf den gefährlichen Seeweg nach Europa.

"Situation moralisch untragbar"

Die Besatzung der "Sea-Watch 3" findet es beschämend, einen Skandal, dass es überhaupt soweit kommen konnte, sagt Sophie Scheytt. Die aktuelle Situation sei weder rechtlich noch politisch und auch moralisch untragbar. "Wir haben hier Frauen an Bord, wir haben Kinder an Bord, wir haben ein ein Jahre altes Baby an Bord", so Scheytt.

Italien hat sich nun immerhin bereit erklärt, die Frauen und Kinder an Land zu lassen. Bei allen anderen Migranten wird offenbar weiterhin um die Verteilung gerungen. Eine Lösung könnte sich in den kommenden Stunden abzeichnen. Doch schon bald werden sicher die nächsten Migranten gerettet werden, die dann einen sicheren Hafen brauchen.

© BR24

Was erlaubt das Recht den Seenotrettern und was nicht? #fragBR24

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Autor
  • Jan-Christoph Kitzler
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