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Rettungsschiffe kommen Banksy-Schiff zu Hilfe | BR24

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DIe italienische Küstenwache hat 49 Menschen vom der "Louise Michel" aufgenommen. Das Rettungsschiff wird von dem Künstler Banksy unterstützt. Es hatte gestern Notrufe gesendet, da es sich mit 200 Migranten an Bord nicht mehr sicher bewegen konnte.

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Rettungsschiffe kommen Banksy-Schiff zu Hilfe

Die italienische Küstenwache und das private Rettungsschiff "Sea Watch 4" haben rund 200 Menschen von der "Louise Michel" aufgenommen. Das Rettungsschiff hatte am Freitag Hilferufe gesendet, da es sich nicht mehr sicher bewegen konnte.

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Nach der italienischen Küstenwache hat nun auch das Rettungsschiff "Sea Watch 4" Migranten von der "Louise Michel" im Mittelmeer aufgenommen. Wie Sea Watch am Samstagabend twitterte, seien rund 150 Menschen auf das Schiff der Organisation gewechselt. Auf der "Sea Watch 4" seien nun rund 350 Personen, "die so schnell wie möglich in einem sicheren Hafen an Land gelassen werden müssen", schrieb die Organisation.

Zuvor hatte die italienische Küstenwache nach eigenen Angaben 49 Migranten von dem privaten Rettungsschiff im Mittelmeer aufgenommen. Ein von der Insel Lampedusa entsandtes Patrouillenschiff habe 32 Frauen, 13 Kinder und 4 Männer an Bord genommen, teilte die Behörde am Samstag mit. Diese galten demnach als am stärksten gefährdet.

Der britische Graffiti-Künstler Banksy hatte das Schiff nach eigenen Angaben von der französischen Marine gekauft. Auf der ersten Fahrt als Rettungsschiff hat die "Louise Michel" 219 Flüchtlinge und Migranten aus überfüllten Booten aufgenommen und war dadurch selbst in Gefahr geraten.

Bereits ein Toter an Bord

In den vergangenen 24 Stunden hatte sich der Ton verschärft. Die Besatzungsmitglieder meldeten via Twitter, die Zahl der Migranten an Bord sei zu hoch und das Schiff daher nicht in der Lage zur Weiterfahrt. "Wir brauchen sofort Hilfe", schrieb die Crew am Samstag via Twitter. Zehn Besatzungsmitglieder hätten die Aufsicht über 219 Menschen, die Europäische Union müsse jetzt handeln. An Bord befinde sich bereits ein Toter, andere seien verletzt, 33 weitere befänden sich noch in einer Rettungsinsel.

"Sea-Watch 4" ändert Kurs um "Louise Michel" zu helfen

Die "Sea Watch 4", die selbst bereits 201 Migranten an Bord hat, nahm angesichts der ausbleibenden Reaktion der Behörden Kurs auf ihr Schwesterschiff. "Wir haben eine Klinik an Bord der Sea Watch 4 und werden sehen, wie wir ihnen helfen können", erklärte Hassiba Hadj-Sahraoui, die für humanitäre Angelegenheiten zuständige Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen in den Niederlanden.

Ihre Organisation betreibt gemeinsam mit dem deutschen Verein Sea-Watch das Schiff. "Vielleicht können wir Migranten auch an Bord nehmen, wobei wir die Coronavirus-Maßnahmen einhalten müssen", fügte Hadj-Sahraoui an. Die Zustände auf den Schiffen seien allerdings "unhaltbar".

Kritik: Italien und Malte ignorieren "drohende Todesgefahr"

Auch die italienische Organisation Mediterranea schickt ihr Schiff "Mare Ionio" vom Hafen Augusta auf Sizilien aus los. "Die Situation ist dramatisch", erklärte die Gruppe. "Es gibt viele Frauen und Kinder, viele Menschen haben ernsthafte medizinische Probleme aufgrund von Benzinverbrennungen und vielen Stunden auf See", erklärte die Gruppe weiter und kritisierte, dass Italien und Malta die "drohende Todesgefahr" an Bord der "Louise Michel" ignorierten.

Banksy wirft EU Untätigkeit vor

Straßenkünstler Banksy hat sein Engagement für die Seenotrettung von Migranten und Flüchtlingen im Mittelmeer erläutert. "Weil die EU-Behörden absichtlich Notrufe von 'Nicht-Europäern' ignorieren", schrieb er am Samstag in einem Video auf seinem Instagram-Account. "Alle schwarzen Leben zählen (All Black Lives Matter)." Damit spielte er auf die Bewegung Black Lives Matter an, die in den USA Polizeigewalt und Rassismus anprangert.

In dem Video ist das pink bemalte Rettungsschiff "Louise Michel" zu sehen. Die Crew hat angegeben, von dem international bekannten britischen Straßenkünstler gesponsert zu sein. Dessen finanzielle Beteiligung an dem Boot ist unbekannt, ebenso wie dessen Name oder andere Details seiner Identität.

In dem Video erklärt Banksy: "Wie die meisten anderen Menschen, die es in der Kunstwelt geschafft haben, habe ich eine Jacht gekauft, um auf dem Mittelmeer herumzuschippern. Es ist ein französisches Marineschiff, das wir in ein Rettungsboot umgebaut haben."

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