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Die Inschrift der Bergwacht an der Außenwand der Schutzhütte beim Simonskopf
© Laurent Truemper / BR
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Die Inschrift der Bergwacht an der Außenwand der Schutzhütte beim Simonskopf

Es war eine schwierige Lage, in die sich die beiden Wanderer gebracht hatten. Trotz Lawinengefahrenstufe 3 waren sie Anfang Februar zu einer Schneeschuhwanderung aufgebrochen, wie die österreichische Kronen-Zeitung schreibt. Im Tannheimer-Tal wollten sie auf den fast 1.700 Meter hohen Grasberg Schönkahler.

Im Schneetreiben verirrt

Beim Abstieg verirrten sich die beiden Deutschen dann im dichten Schneetreiben. Gegen 18:30 alarmierten sie deswegen per Handy die Bergrettung. Sie seien völlig erschöpft und durchnässt – außerdem wüssten sie nicht mehr vor noch zurück, wie die Zeitung den Ortsstellenleiter der Bergrettung Tannheim, Reinhold Bilgeri, zitiert.

Für die anschließende Suche wurden daraufhin drei Suchtrupps mit je fünf Mitgliedern eingeteilt. Das habe unter anderem daran gelegen, dass sich die Wanderer nicht an die Aufforderung gehalten hätten, am zuletzt durch das Handy georteten Platz zu bleiben. Gegen 21 Uhr wurden sie dann entdeckt und aus ihrer Notlage befreit.

“Zwei Retter hätten auch gereicht“

Jetzt allerdings, wo die beiden Wanderer die Rechnung der Bergwacht über 2.261 Euro erhalten haben, wollen sie die Zahlung verweigern. Sie begründen das mit dem, aus ihrer Sicht, zu großen Aufwand. Die Rechnung sei zu hoch, zwei Retter mit einer Lampe hätten auch gereicht, wie es in einem Schreiben heißt, das die Kronen-Zeitung zitiert.

Bei der Bergwacht stößt die Weigerung auf wenig Verständnis.

“Jemand, der sich in einer alpinen Notlage befindet, hat nicht zu entscheiden, wie die Rettungsorganisation ihren Einsatz anlegt. Sich erst retten lassen und die Kosten dann auf eine dermaßen unsympathische Weise abzulehnen, dafür habe ich genau null Verständnis.“ Hermann Spiegl, Tiroler Landesleiter Bergrettung