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Reporter ohne Grenzen: Düstere Zeiten für die Pressefreiheit | BR24

© Markus Scholz/dpa

Ein Fotoreporter trägt auf einer Demonstration in Hamburg einen Aufnäher mit dem Text "Press" auf seiner Jacke.

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    Reporter ohne Grenzen: Düstere Zeiten für die Pressefreiheit

    Weltweit sind in diesem Jahr 49 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. 389 sitzen in Gefängnissen. Am rigidesten gehe China mit der Presse um, berichtet Reporter ohne Grenzen in seiner Jahresbilanz.

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    49 getötete Journalisten, 389 Inhaftierte - diese Zahlen nennt die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) und verweist in ihrem Jahresbericht 2019 darauf, dass einige Staaten immer rigider gegen die freie Presse vorgehen.

    Mexiko so gefährlich wie Syrien

    Zwar ist die Zahl der Getöteten von 86 im Jahr 2018 auf 49 gefallen, aber ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske verwies auf eine Auffälligkeit in diesem Jahr: "Ein Land im Friedenszustand wie Mexiko ist für Journalistinnen und Journalisten ebenso gefährlich wie das Bürgerkriegsland Syrien."

    Die Länder mit den meisten getöteten Journalisten waren Syrien (10), Mexiko (10), Afghanistan (5), Pakistan (4) und Somalia (3). In ganz Lateinamerika wurden 14 Journalisten getötet, ebenso viele wie in den Nahoststaaten Syrien, Jemen und Irak.

    China wird immer rigider

    Die Zahl der inhaftierten Journalisten ist weltweit um zwölf Prozent gestiegen, heißt es in der "Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019": 389 Medienschaffende sind im Gefängnis. Die Hälfte von ihnen sitze in drei Ländern hinter Gittern: China, Ägypten und Saudi-Arabien. Das sei "ein Beleg dafür, wie diese Regime die Schraube der Repression weiter angezogen haben", sagte ROG-Vorstandssprecher Rediske.

    Vor allem in China sei die Zahl der Inhaftierten, viele davon nebenberufliche Blogger oder sogenannte Bürgerjournalisten, in die Höhe geschnellt. Etwa 40 Prozent der in China festgesetzten Journalisten hätten versucht, trotz verschärfter Zensur im Internet unabhängige Informationen zu verbreiten und damit der offiziellen Informationspolitik der Kommunistischen Partei etwas entgegenzusetzen. Die meisten der Inhaftierten sind laut ROG Uigurinnen und Uiguren.

    In Ägypten und Saudi-Arabien sitzt die Mehrzahl laut ROG ohne Urteil oder Anklage im Gefängnis. Komme es doch zum Prozess, würden die Betroffenen oft in grob unfairen Verfahren zu sehr langen Haftstrafen verurteilt oder - kaum entlassen - Opfer von Schikanen.

    Dunkelziffer ist wohl deutlich höher

    Die Statistik von Reporter ohne Grenzen hat nach Aussage der Organisation vor allem bei autoritären Regimen ihre Grenzen. So sei die tatsächliche Zahl der in Syrien inhaftierten Medienschaffenden wahrscheinlich weit höher als die 26 Fälle, über die es gesicherte Informationen gebe. Die Spuren vieler hätten sich in syrischen Gefängnissen verloren.

    In der Türkei sei dagegen die hohe Fluktuation das Problem: Im Laufe des Jahres seien Dutzende Journalistinnen und Journalisten freigelassen worden, mehrere seien jedoch erneut inhaftiert worden. Das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung sei für Medienschaffende in der Türkei insgesamt gestiegen. Rund zehn Journalisten sind laut Reporter ohne Grenzen 2019 ins Exil gegangen, "um willkürlicher Strafverfolgung zu entgehen."

    Die "Jahresbilanz der Pressefreiheit" berücksichtigt nach Aussage der Organisation nur Fälle, "in denen Reporter ohne Grenzen nach sorgfältiger Prüfung davon überzeugt ist, dass die Genannten in direktem Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit Opfer von Gewalt, Angriffen oder Unterdrückung geworden sind". Stichtag der Zählung war der 1. Dezember. Todesfälle wurden für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. Dezember berücksichtigt.