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Symbolbild Rente

Das Wort "Rentenniveau" lädt zu Missverständnissen geradezu ein, denn auf den ersten Blick scheint dieser Begriff zu benennen, wie hoch die Renten sind, die jeden Monat ausgezahlt werden. Tatsächlich aber beschreibt das Rentenniveau das prozentuale Verhältnis zwischen den durchschnittlichen Löhnen, die die Erwerbstätigen beziehen, auf der einen Seite - und der Rente, die jemand erhält, der 45 Jahre durchschnittlich hohe Rentenbeiträge gezahlt hat, auf der anderen Seite.

Das Rentenniveau sinkt - aber nicht die Auszahlungen

Im Jahr 2000 lag diese Verhältniszahl noch bei knapp 53 Prozent, jetzt liegt sie bei gut 48 Prozent. Das heißt aber nicht, dass die Renten-Zahlbeträge sinken, betont Professor Axel Börsch-Supan vom Münchner Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik:

"Das ist falsch. Die Rente steigt und steigt und steigt - mit den Löhnen. Das wird sie auch in Zukunft tun. Sie steigt nicht mehr ganz so schnell mit den Löhnen, ungefähr einen halben Prozentpunkt weniger, aber das bedeutet immer noch, dass unsere Kinder ungefähr 25 Prozent höhere Rentenbezüge haben werden als wir selber." Axel Börsch-Supan, Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik

Die Rentenkommission tagt

Nach der jetzigen Gesetzeslage soll das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 stabil bleiben – ob es danach sinken soll, ob also das Anwachsen der Renten im Vergleich zum Anstieg der Löhne weiter gebremst werden soll, darüber berät im Auftrag der Bundesregierung derzeit eine Fachkommission.

Autoren

Nikolaus Nützel

Sendung

B5 Wirtschaft und Börse vom 21.08.2018 - 09:38 Uhr