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Renten im Westen steigen 2021 wohl nicht | BR24

© Picture Alliance/dpa/Kirsten Neumann

Rentner können im nächsten Jahr wohl nicht mit einer Erhöhung ihrer Bezüge rechnen

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    Renten im Westen steigen 2021 wohl nicht

    Nach jahrelangen Rentenerhöhungen rechnet die Deutsche Rentenversicherung im nächsten Jahr in Westdeutschland mit einer Nullrunde. Für den Osten wurde ein Anstieg der Renten um lediglich 0,7 Prozent prognostiziert.

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    Jahrelang waren die Renten in Deutschland gestiegen - doch im kommenden Jahr könnte die übliche Erhöhung der Altersbezüge im Westen ausfallen. Im Osten wird es voraussichtlich lediglich eine Mini-Anhebung um 0,7 Prozent geben. Zu dieser Einschätzung kommt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Alexander Gunkel.

    Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass die Renten im Westen im kommenden Jahr nicht steigen werden, sagte er bei der Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung. Die Beitragszahler müssen seiner Einschätzung zufolge nach 2021 auch mit höheren Beiträgen rechnen.

    Zuletzt bei Finanzkrise 2010 keine Erhöhungen

    Zum letzten Mal ist es 2010 passiert - im Jahr nach der Finanzkrise -, dass eine Rentenerhöhung ausfiel. Seitdem sind die Renten jedes Jahr gestiegen, zum Teil kräftig. Auch ab Juli dieses Jahres bekommen die rund 21 Millionen Rentner mehr: im Osten 4,2 und im Westen 3,45 Prozent.

    Grundlage für die jährliche Anpassung ist unter anderem die Lohnentwicklung im Vorjahr. Angesichts der Corona-Krise sagte Gunkel, die Zeit der steigenden Einnahmen sei "vorerst vorbei". Die Annahmen gingen nun von sinkenden Durchschnittslöhnen und einer niedrigeren Zahl an Beitragszahlern aus. Der DRV-Chef verwies außerdem darauf, dass Rentenkürzungen durch eine Schutzklausel gesetzlich ausgeschlossen seien.

    Endgültige Entscheidung fällt in gut einem Jahr

    Den voraussichtlich leichten Anstieg im Osten im Vergleich zur möglichen Nullrunde im Westen erklärt die Rentenversicherung mit der sogenannten Angleichungstreppe: Bis 2024 wird der Rentenwert im Osten schrittweise an den im Westen angepasst, bis er 100 Prozent erreicht hat.

    Eine endgültige Entscheidung über die Rentenanpassung zum 1. Juli 2021 fällt allerdings erst kommendes Jahr. Die jährliche Anpassung wird von der Bundesregierung per Verordnung üblicherweise im Frühjahr festgelegt. Der Bundesrat muss zustimmen.

    Beitragszahler müssen möglicherweise draufzahlen

    Die Corona-Krise werden aber wahrscheinlich nicht nur die Rentner zu spüren bekommen, sondern nach Einschätzung der Rentenversicherung auch die Beitragszahler. Nach der DRV-Vorausberechnung bleibe der Beitragssatz zwar 2021 konstant bei 18,6 Prozent, sagte Gunkel.

    Das Niveau wird demnach aber nicht - wie noch vor der Corona-Krise angenommen - bis 2024 zu halten sein. Der Beitragssatz könnte den Aussagen zufolge bereits vor 2024 steigen und bis 2025 wahrscheinlich 20 Prozent erreichen.

    Rentenreform soll noch dieses Jahr kommen

    Bei 20 Prozent ist per Gesetz eine sogenannte Haltelinie eingezogen, weiter darf der Satz bis 2025 nicht ansteigen. Für die Zeit danach hatte eine Kommission aus Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertretern, Wissenschaftlern und Fachpolitikern Reformvorschläge vorgelegt. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) hatte danach angekündigt, noch in diesem Jahr eine langfristige Rentenreform angehen zu wollen.

    "Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise lassen sich derzeit nur sehr schwer abschätzen", sagte Gunkel. Die starke Zunahme der Kurzarbeit und auch die gestiegene Arbeitslosigkeit infolge der Pandemie wirken sich seinen Angaben zufolge bei der Rentenversicherung begrenzt aus, da auch bei Kurzarbeit mindestens Beiträge in Höhe von 80 Prozent des bisherigen Entgelts gezahlt würden und die Bundesagentur für Arbeit Rentenversicherungsbeiträge für Empfänger von Arbeitslosengeld I zahle.

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