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Religionsvertreter verurteilen Anschlag in Wien | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Roland Schlager

Reaktionen von Religionsvertretern auf Anschlag in Wien

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Religionsvertreter verurteilen Anschlag in Wien

Religionsvertreter haben mit Entsetzen auf den Anschlag in Wien reagiert. Die "schrecklichen Gewaltakte" hätten über "unschuldige Menschen Tod und Schmerz gebracht", heißt es etwa in einem Beileidstelegramm des Papstes.

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Von
  • Markus Kaiser
  • Simon Berninger

Gerade jetzt müsse ein Zeichen des Miteinanders und des Dialogs der Religionen gesetzt werden, so der Erzbischof von München und Freising Kardinal Reinhard Marx in einem Brief an den Wiener Erzbischof. "Welch eine furchtbare und abscheuliche Tat, die in einer blasphemischen Weise religiöse Motive für Terror missbraucht", schreibt Marx. "Wir dürfen nicht zulassen, dass religiös verbrämter Hass Leben und Glauben zerstört! Die größte Blasphemie ist der Missbrauch des Namen Gottes für Hass und Gewalt."

Trauer und Bestürzung über den Terroranschlag

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick spricht in den sozialen Medien von einem "verabscheuungswürdigen Terroranschlag" und wünscht "dem Staat Mut und Stärke gegen jeden Terror, der Gesellschaft Zusammenhalt". Stefan Oster, Bischof von Passau, schreibt auf Facebook: "Wir fühlen vor allem auch mit allen Gläubigen, mit Christen, Juden und Muslimen - und mit allen Menschen, die der Überzeugung sind, dass Gott ein liebender und barmherziger Gott ist, ein Gott des Friedens."

Oster verweist auf die gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und dem Großimam von Kairo, Ahmad Al-Tayyeb, nach der alle Menschen mit gleichen Rechten, gleichen Pflichten und gleicher Würde geschaffen und dazu berufen seien, als Brüder und Schwestern zusammenzuleben. "Islamistischer Terror ist ein Angriff auf diese religiöse Überzeugung", so der Bischof.

Papst Franziskus bekundete "Trauer und Bestürzung" über den Terroranschlag. Den Opfern und ihren Familien sicherte er sein Gebet zu. In einem Tweet aus dem Vatikan heißt es: "Schluss mit der Gewalt!" Nur Liebe würde den Hass auslöschen, so Franziskus.

„Mich erschüttert der schreckliche Anschlag in Wien sehr. Ich bin mit allen Menschen in Wien, besonders mit den Opfern und ihren Angehörigen, im Gebet verbunden. Ebenso bete ich für die Einsatzkräfte und für alle, die sich um ihre Sicherheit sorgen." Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising

Der evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Gewalttäter versuchen, Gift zu streuen. Aber es wird ihnen nicht gelingen. Wir werden weiter für wechselseitige Achtung und Toleranz einstehen."

"Gewalttäter versuchen, Gift zu streuen"

Für die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, zeigen die Bilder aus Wien "eine Rohheit und eine Verachtung für menschliches Leben, die man sich kaum vorstellen kann". Die Demokratie dürfe nicht wehrlos gegenüber ihren Feinden bleiben.

"Unser Dank gilt den Einsatzkräften, die noch Schlimmeres verhindert haben", erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Es sei derzeit unklar, ob auch die Synagoge eines der Anschlagsziele war. "Unabhängig davon steht fest, dass Islamisten religiöse Toleranz und unsere pluralen Gesellschaften verachten. Gerade jetzt müssen wir gemeinsam in Europa noch stärker für unsere demokratischen Werte einstehen und diesem Hass entgegenwirken", so Schuster.

Der Imam aus der oberbayerischen Gemeinde Penzberg Benjamin Idriz erklärte auf Facebook, die Terroristen verteufelten Allahs Botschaft. Auch der muslimische Verband Ditib distanzierte sich von den Anschlägen: "Wann, wo auch immer und von wem auch immer der Terror kommt", so der Verband in einer Mitteilung, "ist es immer ein Angriff auf die gesamte Menschheit".

Der Anschlag von Wien: Ein Bewohner schildert seine Erlebnisse

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Der Wahl-Wiener Pascal Rab berichtet von seinen Erlebnissen am Abend des Terroranschlags von Wien.

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