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Religionen als Friedensstifter: Mehr Religionsgipfel bitte! | BR24

© BR/Theresa Högner

Tilmann Kleinjung, Redaktion Religion und Orientierung

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Religionen als Friedensstifter: Mehr Religionsgipfel bitte!

Die Welt scheint voller Hass, Bösartigkeit und Gewalt. Hate Speech dominiert den Dialog. Dabei könnten Religionen als Friedensstifter fungieren, kommentiert Tilmann Kleinjung. Deshalb brauche es mehr solcher Religionsgipfel wie in Lindau.

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Die Welt scheint voller Hass, Bösartigkeit und Gewalt. Hate Speech dominiert den Dialog. Die leisen, die friedlichen Stimmen gehen unter. Der Gipfel der Vereinten Religionen von Lindau war da ein Kontrastprogramm, das Hoffnung macht. 900 Vertreter aller Weltreligionen. Offen, bereit zum Dialog. Menschen guten Willens. Sie nehmen für sich in Anspruch 85 Prozent der Weltbevölkerung zu repräsentieren. Ja, so viele Menschen erklären sich einer Religion zugehörig. Der Blick durch die deutsche Brille trügt da. Wir leben ja in einem Land, in dem die Kirchen und Konfessionen auf dem Rückzug sind. Deutschland wird dadurch nicht nur säkularer, sondern auch multireligiöser. Den interreligiösen Friedensdialog haben aber auch wir dringend nötig. In Zeiten von wachsendem Antisemitismus und Antiislamismus. Wir brauchen mehr Religionsgipfel. Und die deutschen Kirchen, die in Lindau eher schwach vertreten waren, wären gut beraten, sich hier mehr zu engagieren.

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Rund 900 Vertreter der verschiedensten kleinen und großen Weltreligionen haben in Lindau bei der Weltversammlung der "Religions for Peace" debattiert. BR-Reporter Tilman Kleinjung ist zuversichtlich, dass die Gespräche nachhaltig sind.

Die Religionsführer können nur auf Signalwirkung setzen

Eine Frage kann allerdings auch "Religions for Peace" nicht beantworten. Wie erreicht man die Menschen, die nicht guten Willens sind? Die Hardliner, die Fundamentalisten, die Nationalisten, die Religion für ihre Ziele missbrauchen? So geschehen in Myanmar, wo radikale Buddhisten muslimische Rohingya vertrieben haben. Oder Europa: Auch hier ist der Ruf nach Abschottung gegen Migranten, gegen Flüchtlinge immer wieder religiös motiviert. Stichwort christliches Abendland. Da können die in Lindau versammelten Religionsführer nur auf die Signalwirkung vertrauen. Sie wollen sich dafür einsetzen, dass in Krisenregionen die heiligen Stätten der jeweils anderen Religionen geschützt sind. Muslime in Nigeria bilden einen Ring um eine Kirche. Und Christen in Deutschland könnten sich mit einer Moscheegemeinde solidarisch zeigen, die beschmiert oder angefeindet wurde.

Religionen sollten zusammenhalten - in Lindau und überall auf der Welt

Das ist die Botschaft von Lindau: Dass sich Religionen und ihre Vertreter dafür stark machen, dass Angehörige einer anderen Religionsgemeinschaft ihren Glauben in Frieden und Freiheit leben können. In Saudi-Arabien, im Sudan, in Myanmar. Überall.

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Christen, Juden, Hindus, Buddhisten, Moslems: An keinem Ort der Erde gab es in den letzten Tagen so viele unterschiedliche Religionsvertreter wie in Lindau. Sie trafen sich zur 10. Weltversammlung von "Religions for Peace".