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Älterer Mann trinkt Bier mit Maske unter der Nase

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Rekordtief: Deutsche trinken immer weniger Bier

Die Deutschen verlieren die Lust am Biertrinken. Das bestätigen neue Zahlen des Statischen Bundesamtes. Demnach verkauften die hiesigen Brauereien 2020 so wenig wie noch nie. Ein Grund: die coronabedingten Absagen von Großveranstaltungen.

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Von
  • Michael Küster

Dass Bier in Bayern - augenzwinkernd - zum Grundnahrungsmittel gehört, lässt sich am Absatz der Brauereien jedenfalls nicht (mehr) festmachen. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen (und damit auch die Bayern) so wenig Bier getrunken wie seit der Neufassung des Biersteuergesetzes 1993 nicht mehr.

Abgesagte Großveranstaltungen, geschlossene Restaurants

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute bekannt gab, sank der Bierabsatz im Vorjahr auf 8,7 Milliarden Litern - das sind 5,5 Prozent weniger als noch 2019. Schuld daran ist laut dem Brauer-Bund die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schutz-Maßnahmen.

Kein Bier mehr im Restaurant, auf dem Konzert oder auf Volksfesten - die Lockdown-Maßnahmen der Bundesregierung haben den Deutschen offenbar die Lust am Biertrinken genommen. Vor allem die ausgebliebenen Großveranstaltungen hätten den Bierbrauern stark zugesetzt. Der Branchenverband stellte bei einer internen Umfrage fest: 23 Prozent Umsatzeinbußen im Coronajahr 2020!

Bierkonsum in Deutschland seit Jahren rückläufig - weltweit jedoch steigend

Unabhängig von Corona verkauften die Brauereien auch in den Vorjahren - mit Ausnahme im Jahr 2018 - immer weniger Bier hierzulande. Auch der Export in die EU war deutlich rückläufig mit einem Minus von 13,1 Prozent, während in Nicht-EU-Staaten 3,7 Prozent mehr Bier abgesetzt werden konnte. Besonders hart hat es die große Warsteiner-Brauerei erwischt: Ihr Absatz brach um mehr als 16 Prozent ein.

Der weltweite Trend geht jedoch in eine andere Richtung: Bier und generell alkoholische Getränke finden immer mehr Abnehmer. Davon profitieren auch Hersteller in Ländern, in denen Bier bisher nicht unbedingt als Grundnahrungsmittel gilt. Wie Nigeria. Das westafrikanische Land ist für die weltweit führenden Brauereien ein lohnender Absatzmarkt geworden.

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Sie prägen ganze Regionen in Bayern: Kleine Brauereien, die in eigenen Brauereigasthöfen ihr Bier verkaufen. Doch von der Corona-Hilfe sind sie ausgeschlossen, denn dafür müssten sie 80 Prozent ihres Umsatzes mit der Gastronomie erwirtschaften.

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