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Reisewarnung für 160 Länder: Was jetzt wo gilt | BR24

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Flugbegleiterin in leerem Flugzeug

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Reisewarnung für 160 Länder: Was jetzt wo gilt

Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung entschärft: Statt weltweit gilt sie ab sofort noch für rund 160 Länder. Für die meisten europäischen Staaten gibt es ab 15. Juni grünes Licht fürs Reisen. Für Schweden könnte es eine Verzögerung geben.

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Es war ein noch nie dagewesener Schritt: Am 17. März hatte Außenminister Heiko Maas (SPD) eine Reisewarnung für sämtliche rund 200 Länder der Welt ausgesprochen. Jetzt wird die Maßnahme abgemildert: Ab dem 15. Juni soll die Reisewarnung nur noch für 160 Staaten gelten. Doch welche sind das?

Überseeflüge bleiben tabu

Einfacher wird es, wenn man betrachtet, welche Länder ab Mitte Juni wieder weitgehend uneingeschränkt bereist werden können. Sie alle liegen in Europa - nämlich die EU-Staaten (einschließlich Großbritannien) und die vier im Schengen-Abkommen assoziierten Länder Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein.

Für diese Staaten gilt ab 15. Juni keine Reisewarnung mehr:

Deutschland, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern.

Verzögerungen in Spanien, Norwegen und Schweden

Für Spanien und Norwegen wird die Aufhebung der Reisewarnung erst nach dem 15. Juni erfolgen, weil dort noch Einreisesperren gelten. Auch für Schweden dürfte es eine Verzögerung geben. Das Auswärtige Amt weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das EU-Land derzeit die Pandemiekriterien für eine Aufhebung der Warnung nicht erfülle. "Überschreitet ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen, bleibt die Reisewarnung bestehen oder wird wieder ausgesprochen. Dies gilt aktuell für Schweden", heißt es dort.

Für die Länder, für die die Reisewarnung aufgehoben wird, gibt es künftig ausführliche Reisehinweise,

Für alle anderen Länder weltweit gilt bis Ende August: Wer dorthin fliegt, tut dies auf eigene Gefahr und kann, wie Außenminister Maas betont, auch nicht mehr mit Rückholaktionen der Bundesregierung rechnen.

Wir können und werden nicht riskieren, dass im Sommer erneut Deutsche in aller Welt stranden oder Urlaubsrückkehrer das Virus unentdeckt nach Deutschland tragen." Aus der Bekanntmachung des Auswärtigen Amts
© BR

Die Bundesregierung hat die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für viele europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Für mehr als 160 Staaten hat die Bundesregierung ihre Reisewarnung verlängert - bis Ende August.

Ausnahmen möglich - zum Beispiel für die Türkei

Zu den mehr als 160 Staaten, für die zunächst bis 31. August die Reisewarnung bestehen bleibt, zählen beliebte Urlaubsländer, wie zum Beispiel die Türkei. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Donnerstag gesagt, dass es Ausnahmen geben könne. Dazu würden nun Gespräche geführt. "Wir werden das Woche für Woche überprüfen", so Maas.

Für Ausnahmen müssen nach einem Eckpunktepapier des Auswärtigen Amts bestimmte Kriterien erfüllt sein - etwa eine günstige Entwicklung der Infektionszahlen und ein leistungsfähiges Gesundheitssystem.

Die Tourismusbranche hält die Verlängerung der Reisewarnung für 160 Staaten für "nicht verhältnismäßig", weil sie alle über einen Kamm geschoren würden. Einige Ziele - etwa die Türkei, das drittmeist besuchte Urlaubsland der Deutschen - könnten Besucher vielleicht schon bald wieder sicher empfangen, glaubt ein DER Touristik-Manager.

Und in der EU?

Was unsere europäischen Nachbarn betrifft, so wird die Ausreise aus Deutschland ab Montag wieder unbeschränkt möglich sein - zumindest im Prinzip.

"Ich werde die Bundespolizei anweisen, dass wir ab sofort bis zum 15. Juni die bestehenden Grenzkontrollen an den Binnengrenzen zurückfahren." Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Dann kommt es auf die Politik der betreffenden Länder an. Österreich etwa will einen Tag später, am 16. Juni seine Grenzen zu Italien öffnen und für 30 andere europäische Länder die Quarantäne-Pflicht bei der Einreise aufheben. Italien selbst ist bereits wieder "durchlässig". Die spanischen Urlaubsdestinationen Mallorca und die Balearen planen vom 15. Juni an in begrenztem Umfang ausländische Urlauber zu empfangen. Das "deutsche Kontingent" ist dabei auf 10.900 Urlauber festgelegt. Am 21. Juni öffnet dann ganz Spanien die Grenzen für Einreisende aus den EU-Staaten des Schengen-Raums, mit Ausnahme Portugals. Norwegen ist bis auf weiteres noch dicht.

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Wie verbindlich ist eigentlich eine Reisewarnung? Das Auswärtige Amt selbst spricht von einem dringenden Appell. Doch ganz konkrete rechtliche Folgen für den Verbraucher hat eine Reisewarnung schon.

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