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Reiserückkehrer: Sollen die Corona-Tests kostenlos bleiben? | BR24

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Eine Debatte um die Tests für Reiserückkehrer ist nach der Einstufung Spaniens als Risikogebiet erneut entbrannt. Jens Spahn findet, nur ohne Zuzahlung könne die flächenmäßige Testung sichergestellt werden. Er erntet Kritik von FDP, SPD und Grünen.

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Reiserückkehrer: Sollen die Corona-Tests kostenlos bleiben?

Eine Debatte um die Tests für Reiserückkehrer ist nach der Einstufung Spaniens als Risikogebiet erneut entbrannt. Jens Spahn findet, nur ohne Zuzahlung könne die flächenmäßige Testung sichergestellt werden. Er erntet Kritik von FDP, SPD und Grünen.

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Von
  • Nora Reinhardt

Aktuell können sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten kostenlos testen lassen. Nach der Reisewarnung für Spanien ist aber erneut eine Debatte darüber entbrannt, wer die Corona-Tests von Rückkehrern aus Risikogebieten bezahlen soll.

Kritik an Spahn: Betroffene sollen Kosten selbst tragen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, die Betroffenen sollten die Kosten selbst tragen. Denn sie gingen bewusst ein Risiko ein und gefährdeten die Allgemeinheit, so Müller in der "Bild am Sonntag".

Zumindest beteiligen sollen sich die Reisenden - so sieht das auch der FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle. Er sagte der "Bild am Sonntag", wer jetzt noch nach Mallorca oder in andere Risikogebiete reise, solle seinen Test selbst zahlen. Diese Kosten könne Spahn (CDU) nicht ernsthaft die Allgemeinheit tragen lassen.

Baerbock: Maßnahme kommt viel zu spät

Grünen-Chefin Annalena Baerbock wirft dem Bundesgesundheitsminister im Umgang mit Reiserückkehrern Fehler vor. Es sei "ein fatales Versäumnis", dass die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikoländern erst mitten in der Reisewelle beschlossen worden seien, kritisierte Baerbock: "Das hätte am Anfang der Sommerferien stehen müssen."

Spahn bleibt dabei: Kostenlose Tests

Spahn dagegen sprach sich noch einmal ausdrücklich dafür aus, dass die Tests kostenlos bleiben. In den ARD-Tagesthemen betonte er, manche Reisende würden möglicherweise Tests, die etwas kosten, vermeiden. Die Tests sollten aber wahrgenommen werden, um alle zu schützen. Er könne den Impuls verstehen, Urlauber für die Tests zur Kasse zu bitten, aber "die Tests, die was kosten, versucht man zu vermeiden. Wir sollten ein Interesse daran haben, dass viele sie auch machen", sagte Spahn. Die Tests dürften "in keiner Konstellation eine finanzielle Frage werden."

Preis des Corona-Tests

Aber wie viel könnte ein Corona-Test kosten? Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, da die Höhe der Kosten sich danach richtet, wer die Tests durchführt. Allein die Labore bekommen seit 1. Juli 39,40 Euro pro Test. Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet die Frage auf deren Homepage mit 50,50 Euro. Dies sei eine Pauschale für die Labore. Zusätzlich zu den Laborkosten würden für den Bürger womöglich noch weitere Kosten für die Entnahme anfallen.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung spricht von einem deutlich höheren Betrag auf deren Homepage, mit Verweis auf die Gebührenverordnung für Ärzte: 147 Euro für die Labordiagnostik und 27 Euro für die Abstrichentnahme. Auch die bayerische Staatsregierung spricht von 150 Euro pro Test. Diese übernimmt Bayern momentan auch dann, wenn der Patient vollkommen symptomfrei ist.

Urlauber in Spanien: Ferien wachsam fortsetzen

Zur Reisewarnung der Bundesregierung für Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln sagte Spahn, die Warnung sei "kein Reiseverbot". Reisende, die in Spanien seien, sollten den Urlaub auch gerne fortsetzen, "aber wachsam sein". Das Virus mache keine Ferien, deswegen "müssen wir in den Ferien gut aufeinander aufpassen", warnte der Minister.

Nach der Reisewarnung für Spanien bittet der Reisekonzern Tui nun deutsche Pauschalurlauber, Mallorca und die anderen Balearen-Inseln in den kommenden sieben Tagen zu verlassen. Dies sagte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak der "Bild am Sonntag". Für diese Zeit gelte auch weiterhin der Versicherungsschutz der Covid-Protect-Versicherung.

Spahn: Spanien als warnendes Beispiel

Auf Grundlage von Absprachen zwischen den Bundesministerien für Gesundheit, Auswärtiges und Inneres hatte das Robert Koch-Institut (RKI) das spanische Festland sowie Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln am Freitag als Corona-Risikogebiet eingestuft. Grundlage ist der starke Anstieg der Corona-Infektionen dort. Das Auswärtige Amt veröffentlichte daraufhin eine Reisewarnung für ganz Spanien außer den Kanaren, wo die Infektionszahlen niedriger sind.

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