BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Reisen in Risikogebiete: Was gilt bei der Rückkehr? | BR24

© BR Bild

Urlauber in Spanien

1
Per Mail sharen

    Reisen in Risikogebiete: Was gilt bei der Rückkehr?

    Für viele gilt trotz Corona: Sommerzeit gleich Reisezeit. Die ersten Urlauber kommen bereits zurück, die nächsten haben ihre Sachen schon gepackt. Doch wer seinen Urlaub in einem Risikogebiet verbringt, sollte einiges beachten.

    1
    Per Mail sharen

    Das Auswärtige Amt in Deutschland warnt noch immer vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland. Ausgenommen sind die meisten EU-Mitgliedsstaaten, Schengen-Staaten und Großbritannien. Über eine Reisewarnung wird auch mit Blick auf das Infektionsgeschehen entschieden: Für Spanien und die Balearen etwa gilt sie seit 14. August. Kroatien könnte bald folgen. Vor Reiseantritt sollten Urlauber also unbedingt prüfen, ob ihr Reiseziel vom Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell als Risikogebiet eingestuft wird.

    Arbeitgeber über Reiseziel informieren?

    Falls für den Urlaubsort eine Reisewarnung vorliegt, dann sind Arbeitnehmer laut Arbeitsrecht verpflichtet, den Arbeitgeber über die Reise zu informieren. Auch, um Kollegen zu schützen. Im Idealfall spricht man seine Pläne bereits vor Reiseantritt ab, empfiehlt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern. Im Regelfall seien die Unternehmen kulant.

    Mit einer Einschränkung, so Gößl:

    "Das Verständnis wird nicht sehr groß sein, wenn es eine reine Urlaubsreise ist. Das Verständnis wird größer sein, wenn man zum Beispiel seine Familie besucht." Manfred Gößl, IHK München und Oberbayern

    Viele Firmen haben zudem eigene Regelungen für Mitarbeiter, die aus Risikogebieten zurückkommen.

    So fordert beispielsweise BMW seine Mitarbeiter auf, Privatreisen in ausgewiesene Risikogebiete nach Möglichkeit zu unterlassen. Verbringen Mitarbeiter ihren Urlaub dennoch dort, verlangt BMW vor Arbeitsantritt die Vorlage eines negativen PCR-Tests, der frühestens fünf Tage nach der Rückkehr nach Deutschland vorgenommen wurde. Die entsprechende Quarantänezeit erfolge "auf eigene Kosten", heißt es auf Anfrage des BR.

    Testpflicht bei Einreise aus Risikogebiet

    Seit 8. August gilt eine bundesweite Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses müssen sich Reise-Rückkehrer - wie bisher auch - in häusliche Quarantäne begeben. Das Testergebnis liegt laut Bundesgesundheitsministerium in der Regel nach 24 bis 48 Stunden vor. Ist es negativ, darf sich der Rückkehrer wieder unbeschränkt bewegen.

    Alternativ gibt es die Möglichkeit, einen negativen Corona-Test aus dem Ausland vorzulegen, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland stattgefunden hat.

    In Bayern werden Passagiere aus Risikogebieten verpflichtend an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen getestet, wenn sie nicht bereits bei Einreise einen entsprechenden negativen Corona-Test vorweisen können.

    Testmöglichkeiten für Urlauber bestehen auch an den Autobahn-Grenzübergängen bei Kiefersfelden, Walserberg und Pocking sowie den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg. Die Tests sind kostenlos. Außerdem hat die Staatsregierung angekündigt, dass demnächst in jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis Testzentren eingerichtet werden.

    Lohnfortzahlung während Quarantäne?

    Wer in Quarantäne muss, sollte mit dem Arbeitgeber klären, ob die Möglichkeit zum Homeoffice besteht, sagt Manfred Gößl von der IHK München und Oberbayern.

    Er betont: Der Anspruch auf Lohnfortzahlung während der Quarantänezeit entfällt, wenn Arbeitnehmer ihren Urlaub gezielt und wissentlich in einem Risikogebiet verbracht haben. Wenn das Urlaubsziel dagegen erst nach Reiseantritt vom RKI als Risikogebiet eingestuft wird, dann besteht weiterhin der Anspruch auf Lohnfortzahlung.

    Übrigens: Nicht eindeutig sind die Regelungen, was Stornierungen von Reisen in Risikogebiete betrifft. Gilt für das Urlaubsziel eine Reisewarnung, sind Pauschalreisende in jedem Fall besser dran als diejenigen, die Flug und Übernachtung individuell gebucht haben. Das Auswärtige Amt rät, sich bei einer geplanten Reise-Stornierung direkt mit dem Reisebüro oder dem Veranstalter in Verbindung zu setzen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!