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Regionalbischöfin kritisiert Umgang mit Merkels Zitterattacken | BR24

© picture alliance/dpa/Michael Kappeler

Bundeskanzlerin Merkel und die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen beim Staatsempfang vor dem Bundeskanzleramt in Berlin

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    Regionalbischöfin kritisiert Umgang mit Merkels Zitterattacken

    Die Zitteranfälle von Kanzlerin Angela Merkel bei Staatsterminen waren zuletzt immer wieder Grund für Spekulationen um ihren Gesundheitszustand. Die Münchner Regionalbischöfin Breit-Keßler kritisiert jetzt den öffentlichen Umgang mit dem Thema.

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    Wie steht es um die Gesundheit von Angela Merkel? Seit ihren immer wieder auftretenden, starken Zitterattacken in der Öffentlichkeit sorgen sich viele Bürger um sie. Erst kürzlich, beim Besuch des finnischen Ministerpräsidenten, erlitt Merkel einen erneuten Anfall. Die Kanzlerin selbst betonte aber immer wieder, dass es ihr gut gehe.

    Regionalbischöfin Breit-Keßler: "Umgang mit Zittern ist Hetze"

    Unterstützung bekommt Merkel unter anderem von der Kirche. Die evangelische Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hat jetzt mit scharfen Worten den öffentlichen Umgang mit den Anfällen der Bundeskanzlerin kritisiert: "Ich möchte an dieser Stelle meiner Empörung Luft machen, wie von manchen in den 'sozialen' Medien gegen die Kanzlerin unseres Landes gehetzt wird", schrieb Breit-Keßler heute auf ihrer Facebook-Seite.

    "Es fehlt an Respekt! Und wenn die Demokratie dann endlich im Eimer ist, beginnt das große Heule und Zähneklappern." Susanne Breit-Keßler, evangelische Münchner Regionalbischöfin

    Breit-Keßler mahnte die Gesellschaft in ihrer Botschaft auch zur Vernunft und dem Bewahren von ethischen Werten. Völlig unabhängig von der eigenen politischen Meinung gebiete es der Anstand, einem Menschen "Gute Besserung" zu wünschen, wenn es ihm oder ihr mal nicht gut gehe, erklärte die Ständige Vertreterin des evangelisch-lutherischen Landesbischofs.

    Bereits vier Anfälle in der Öffentlichkeit

    Bundeskanzlerin Merkel hatte schon mehrmals mit Zitterattacken zu kämpfen. Das erste Mal erwischte es sie in Mexiko-Stadt 2017 beim Empfang durch den damaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto. Auch damals zitterten Merkel beim Abspielen der Nationalhymnen deutlich sichtbar die Beine - bis sie zum Abschreiten der Ehrenformation losgehen konnte.

    Als Erklärung wurde Wassermangel genannt. So auch bei dem Anfall, den sie Mitte Juni dieses Jahres beim Empfang des ukrainischen Ministerpräsidenten Selenskyjs vor dem Kanzleramt bei großer Hitze erlitt.

    Merkel zuversichtlich: "Wird wieder vergehen"

    Nur neun Tage später zitterte die Kanzlerin dann bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue - bei mäßigen Temperaturen. Diesmal war nicht Wassermangel die Erklärung, sondern die psychologische Verarbeitung des Zitterns beim Empfang Selenskyjs. Merkel sagte dazu auf dem G20-Gipfel in Osaka: "Ich bin überzeugt, so wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen."

    Diese Woche dann ein weiterer Anfall: Beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren bebte beim Abspielen der Nationalhymnen am Mittwoch erneut der Körper der CDU-Politikerin. Die Zitterattacke dauerte diesmal drei Minuten. Anschließend sagte die Kanzlerin trotzdem, es gehe ihr gut.

    "Man muss sich keine Sorgen machen. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin." Angela Merkel, Bundeskanzlerin

    Merkel ergreift Vorsichtsmaßnahmen

    Beim Empfang der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im Hof des Bundeskanzleramtes zog Merkel dann eine Konsequenz aus den vergangenen Vorfällen: Merkel und Frederiksen saßen am Donnerstag während der deutschen Nationalhymne auf einem Stuhl. Die Änderung des Protokolls der Zeremonie soll auf Wunsch der Kanzlerin erfolgt sein.