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Regierung uneins über rasches Verbot von Plastiktüten | BR24

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Eine Frau trägt zwei grüne Plastiktüten.

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    Regierung uneins über rasches Verbot von Plastiktüten

    Seit 2016 verlangen viele Unternehmen Geld, wenn Kunden Plastiktüten wollen. Sie tun das freiwillig, ein Gesetz gibt es nicht. Entwicklungsminister Müller will die Tüten nun komplett verbieten. Ausgerechnet das Umweltministerium reagiert verschnupft.

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    "Eine Plastiktüte benutzen wir ca. 20 Minuten. Zum Verrotten braucht sie aber Hunderte von Jahren", erläutert Entwicklungsminister Gerd Müller. Und dann sei sie noch nicht weg, sondern werde zu "besonders problematischem Mikroplastik". Dem Bayerischen Rundfunk sagte der CSU-Politiker, in Deutschland würden immer noch 2,4 Milliarden Plastiktüten im Jahr verwendet. Das solle sich ändern: Müller will Plastiktüten in Deutschland verbieten.

    Viele Länder verbieten Plastiktüten

    Mehr als 50 Länder hätten bereits ein solches Verbot. Und was Marokko, Ruanda, Kenia und Uganda könnten, müssten doch auch wir schaffen, so Müller. Denn: Der Plastikmüll in den Meeren werde sich bis 2050 verzehnfachen.

    "Bis zum Jahr 2050 könnte mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren schwimmen." Entwicklungsminister Gerd Müller

    Müller will das Thema deshalb auch während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr voranbringen. Er schlägt vor, die bestehende EU-Richtlinie zum Verbot von Plastikbesteck und -tellern auch auf Plastiktüten auszuweiten.

    Unverständnis im Umweltministerium

    Im SPD-geführten Umweltministerium reagiert man verschnupft auf die Forderung: Ministerin Svenja Schulze sei "verwundert" über den Vorschlag, sagte ein Sprecher. Schließlich gebe es ja eine Regelung für Plastiktüten. Die habe auch schon zu einem Rückgang des Plastiktütenverbrauchs um 60 Prozent geführt. Dennoch gehe es dabei "um Peanuts": Plastiktüten machten nicht einmal 1 Prozent des Plastikmülls aus, so der Sprecher von Umweltministerin Schulze. Sie seien "ein Randphänomen" und deshalb "nicht die Stellschraube", an der man drehen müsse.

    Nach der Sommerpause werde Schulze Maßnahmen vorlegen, um mehr Plastikmüll einzusparen, sagte der Sprecher, und betonte: Deutschland setze sich in der EU vehement dafür ein, dass kein Plastikmüll mehr in andere Länder geschickt werde, der nicht recycelt werden könne.