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Regierung und Hersteller setzen auf höhere Prämien für E-Autos | BR24

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Höhere Kaufprämien für E-Autos, zusätzliche Ladesäulen: Die Teilnehmer des Autogipfels im Kanzleramt haben sich auf verschiedene Maßnahmen verständigt. Hersteller und Politik hoffen, dass sie der Technologie damit endlich zum Durchbruch verhelfen.

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Regierung und Hersteller setzen auf höhere Prämien für E-Autos

Höhere Kaufprämien für E-Autos, zusätzliche Ladesäulen: Die Teilnehmer des Autogipfels im Kanzleramt haben sich auf verschiedene Maßnahmen verständigt. Hersteller und Politik hoffen, dass sie der Technologie damit endlich zum Durchbruch verhelfen.

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der Chef des Automobil-Branchenverbandes VDA, Bernhard Mattes, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: Sie hatten nach dem gut vierstündigen Spitzengespräch zur Zukunft der E-Mobilität im Bundeskanzleramt auf Einladung von Angela Merkel eines gemeinsam: gute Laune.

"Das war ganz sicherlich eine wichtige Diskussion, in der auch die wichtigen Themen angesprochen worden sind", sagte SPD-Mann Weil. Die deutsche Automobilindustrie stehe jetzt vor ganz entscheidenden Jahren, in denen es gelingen müsse, einen Technologiewechsel hinzubekommen, den auch die Kunden mitmachen.

Scheuer: "Der Knopf ist aufgesprungen"

Von einer "sehr guten und fruchtbaren Diskussion" sprach VDA-Präsident Mattes. "Das war ein guter Abend", betonte Andreas Scheuer, und er habe den Eindruck, "der Knopf ist aufgesprungen". Das sagte Scheuer unter anderem vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung ein früher bei diesem Thema formuliertes Ziel kürzliche aufgeben musste - bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen. Diese Zahl strebt die Große Koalition - Stand jetzt - bis 2022 an. Bis 2030 sollen es dann sogar sieben bis zehn Millionen E-Fahrzeuge sein.

3,5 Milliarden für zusätzliche Ladesäulen

Um das zu erreichen, haben beide Seiten im Rahmen des Autogipfels mehrere Maßnahmen verabredet: Bis 2022 werden bundesweit 50.000 neue Ladesäulen angestrebt. Einen Teil davon will die Autoindustrie nach den Worten von VDA-Chef Mattes in Eigenverantwortung errichten. "Das ist gut, ich persönlich finde aber, dass man die Ziele durchaus noch etwas höher hätte schrauben sollen", kritisierte Niedersachsens Ministerpräsident Weil. Der Bund wiederum will den Ausbau der Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren mit 3,5 Milliarden Euro fördern. Das sieht der "Masterplan Ladeinfrastruktur" vor, den die Bundesregierung gerade erstellt hat.

Staat und Konzerne zahlen höhere Kaufprämien

Politik und Konzerne wollen zudem gemeinsam die bestehende Kaufprämie für E-Autos erhöhen: Beide Seiten haben vereinbart, zum Beispiel den Verkauf von Fahrzeugen mit einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro künftig mit 6000 statt bisher 4000 Euro jeweils hälftig zu unterstützen. Kostet ein E-Auto allerdings mehr als 65.000 Euro, gibt es keinerlei Förderung mehr.

Aber kommt gerade das Engagement der Autohersteller nicht viel zu spät? Keineswegs, so VDA-Chef Bernhard Mattes: "Wir machen jetzt große Anstrengungen zum richtigen Zeitpunkt." Im Prinzip sieht das auch der Bundesverkehrsminister so, angesichts des schon einmal verfehlten Ziels von einer Million Elektroautos bis 2020 betonte Andres Scheuer aber auch: "Wir müssen jetzt Tempo machen".