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Archiv: Ein Mann liest eine Ausgabe der "Zaman" im März 2016, nachdem sie unter türkische Zwangsverwaltung gestellt wurde. Seitdem berichtet sie nur noch regierungsfreundlich.

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    Regierung geht gegen frühere "Zaman"-Mitarbeiter vor

    Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei sind gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung "Zaman" Haftbefehle erlassen worden. Wie ein Behördenvertreter mitteilte, sind neben leitenden Angestellten auch einige Kolumnisten betroffen.

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    Zur Begründung sagte er, "Zaman" sei das "Aushängeschild" der Hizmet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen gewesen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.

    "Zaman" seit März unter Aufsicht

    Die auflagenstarke Zeitung "Zaman" und ihre englischsprachige Ausgabe "Today's Zaman" hatten bis ihrer Übernahme durch die Regierung zur Gülen-Bewegung gehört. Im März wurden sie unter Zwangsverwaltung gestellt. Der damalige Chefredakteur Abdülhamit Bilici wurde gefeuert. Zwei Tage später erschien "Zaman" mit ausschließlich regierungsfreundlichen Artikeln, von der Titelseite lächelte Präsident Recep Tayyip Erdogan.

    Erdogan macht den im US-Exil lebenden Gülen für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich und verlangt seine Auslieferung. Der 75-jährige Gründer der einflussreichen Hizmet-Bewegung bestreitet jede Verwicklung.

    Seit dem Putschversuch gibt es in der Türkei eine Entlassungs- und Verhaftungswelle. Nach Regierungsangaben wurden bereits mehr als 13.000 Menschen festgenommen. Am Montag hatte die türkische Staatsanwaltschaft bereits Haftbefehle gegen 42 Journalisten ausgestellt.