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Reform nach EU-Vorgaben: Hebammen nur noch mit Uni-Abschluss | BR24

© picture alliance/dpa/Amelie Benoist

Eine Hebamme betreut ein Baby.

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    Reform nach EU-Vorgaben: Hebammen nur noch mit Uni-Abschluss

    Zukünftig sollen Hebammen studieren, um ihren Beruf ausüben zu können. Mit diesem Vorstoß folgt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einer EU-Richtlinie, nach der die Ausbildung für das Berufsfeld bis zum 18. Januar 2020 reformiert sein muss.

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    Konkret soll das so aussehen, dass Hebammen und Entbindungspfleger in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden. Bisher passiert das an Hebammenschulen. Doch: "Die Anforderungen an Geburtshilfe steigen ständig", so Spahn gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daher müsse man Hebammen die beste Ausbildung gewähren - theoretisch und praktisch.

    Studium mit Bachelor-Abschluss

    Spahn kündigte an, dass Hebammen und Entbindungspfleger künftig in einem dualen Studium auf ihren Beruf vorbereitet werden. Dabei sollen Vorlesungen und Seminare an Hochschulen mit praktischer Arbeit an Krankenhäusern verknüpft werden. Die Studierenden erwerben am Ende des Studiums einen Bachelor-Abschluss.

    Vorgegeben von der EU sind zwölf Jahre Schulbildung und mehr Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten aus den Bereichen Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemeinmedizin und Pharmakologie.

    Deutschland eines der letzten Länder in der EU

    Deutschland ist laut Deutschem Hebammenverband (DHV) eines der letzten Länder in der EU, in dem Hebammen noch nicht vollständig an der Hochschule ausgebildet werden.

    Schlechte Bezahlung, Arbeitsbelastung und hohe Haftpflichtprämien

    Das Thema ist sensibel. Denn: Während in vielen Regionen immer mehr Kinder auf die Welt kommen, mangelt es gleichzeitig an Hebammen. Viele Schwangere suchen verzweifelt nach einer Geburtshilfe. Der Beruf gilt als unattraktiv – weil die Probleme rund um schlechte Bezahlung, Arbeitsbelastung und hohe Haftpflichtprämien bis heute nur teilweise gelöst sind.