Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen Bundeswehrkommando KSK | BR24

© dpa/Monika Skolimowska

Spezialkräfte der Bundeswehr präsentieren sich beim Tag der Bundeswehr auf dem Gelände des Militärhistorischen Museums in Dresden. (Archivbild)

5
Per Mail sharen
Teilen

    Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen Bundeswehrkommando KSK

    Schon öfter hat das Bundeswehr-"Kommando Spezialkräfte" wegen verfassungsfeindlicher Umtriebe von sich reden gemacht. Jetzt will das Verteidigungsministerium nachhaken. Im Fokus: die Fallschirmjäger-Ausbildung im oberbayerischen Altenstadt.

    5
    Per Mail sharen
    Teilen

    Das Verteidigungsministerium will laut einem Medienbericht stärker als bisher gegen mutmaßliche Rechtsextremisten im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr vorgehen. "Die hier erkannte Zahl von Verdachtsfällen macht weitergehenden Handlungsbedarf deutlich", zitierten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland aus einem vertraulichen Schreiben von Verteidigungsstaatssekretär Gerd Hoofe an das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages.

    In den vergangenen zwei Jahren habe der Militärische Abschirmdienst (MAD) insgesamt zehn Soldaten als "erkannte Rechtsextremisten" eingestuft. Zudem sei Anfang des Jahres ein Gründungsmitglied der etwa 1.100 Mann starken Eliteeinheit KSK wegen des Vorwurfs der Nähe zu sogenannten Reichsbürgern vom Dienst suspendiert worden.

    Im Visier: Ausbilder im Fallschirmjäger-Ausbildungspunkt Altenstadt

    Weiter hieß es, zahlreiche aktive und ehemalige Elitesoldaten mit Bezug zur rechten Szene hätten Lehrgänge in dem auch für KSK-Soldaten zentralen Ausbildungspunkt der Bundeswehr für Fallschirmjäger im oberbayerischen Altenstadt absolviert. Dies geht laut RND aus einem internen Vermerk des Bundeskriminalamts (BKA) hervor.

    Unterricht von Franco A. und AfD-Mann Andreas Kalbitz

    Genannt werden Mitglieder der mutmaßlich rechtsextremen Gruppen "Uniter" und "Nordkreuz". Nordkreuz-Aktivisten sorgten zuletzt im Juni für Schlagzeilen - sie sollen 200 Leichensäcke und Ätzkalk bestellt haben. Weiters auf der Liste: Bundeswehroffizier Franco A. , der unter Verdacht steht, 2017 als syrischer Flüchtling getarnt Terroranschläge geplant zu haben. Auch Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz hat dem Bericht zufolge mehrere Jahre lang als Ausbilder in Altenstadt gearbeitet. Kalbitz, der zum sogenannten"Flügel" der AfD um Bernd Höcke zählt, steht unter anderem wegen seiner Teilnahme an einem Neonazi-Aufmarsch in Athen in der Kritik.

    Vorgeschichte reicht in die 1990er-Jahre zurück

    Bereits Mitte der 1990er-Jahre hatte sich ein Untersuchungsausschuss des Bundestages mit der Lage in Altenstadt befasst, nachdem Fallschirmjägersoldaten "Führers Geburtstag" mit "Reichskriegsflagge", Hitler-Bildern und dem Absingen des nationalsozialistischen Horst-Wessel-Liedes gefeiert hatten. Der damalige Kommandeur Fritz Zwicknagl arbeitet inzwischen nach RND-Informationen für die AfD-Bundestagsfraktion.