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Rechtsextremismus bei der Polizei ist kein neues Phänomen | BR24

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Der Polizeiwissenschaftler Rafael Behr erklärte im Interview mit Bayern 2, dass das Thema Rechtsextremismus bei der Polizei nicht neu sei, die Öffentlichkeit aber sensibler geworden sei und dass über Social Media viel mehr Menschen erreicht werden.

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Rechtsextremismus bei der Polizei ist kein neues Phänomen

Der Polizeiwissenschaftler Rafael Behr erklärt im Interview mit Bayern 2, dass Rechtsextremismus bei der Polizei schon immer ein Problem war und beklagt den mangelnden Aufklärungswillen.

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Rafael Behr betont, dass Linksextremismus in der Polizei quasi nicht vorkommt und kritisiert den mangelnden Aufklärungswillen innerhalb von Polizei und Politik. Forschungen werden regelmäßig - wie auch aktuell - unterbunden, so Rafael Behr. So lasse sich auch wenig über die tatsächliche Zahl der Vorfälle sagen.

"Wenn es Probleme bei der Polizei gibt, dann immer rechts von der demokratischen Linie." Rafael Behr, Polizeisoziologe

Länder sollen eigene Studien betreiben

Eine oft geforderte bundesweite Studie zum Rechtsextremismus bei der Polizei hält Behr mittlerweile aber für wenig hilfreich: "Ich würde sehr bevorzugen, wenn die Länder sich emanzipieren, und vor Ort Studien machen". Diese könnten wahrscheinlich sogar qualitativ wertvoller sein, so Behr.

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Rafael Behr lehrt Politikwissenschaften (Schwerpunkt Kriminologie) an der Polizei-Akademie Hamburg. 1975-1990 war er Polizeibeamter in Hessen.

Die richtigen Fragen sind entscheidend

Der Erfolg einer Studie hänge auch davon ab, welche Fragen gestellt werden dürften, wer den Auftrag bekomme, und wer die Daten auswerten dürfe. Wichtig seien vor allem die richtigen Fragen wie zum Beispiel: "Was ist für euch gute Polizeiarbeit, was zeichnet gute Kollegen aus, ab welcher Stelle würdet ihr eingreifen, wenn ihr etwas Extremistisches hört?" Einfach nach Rassismus oder demokratischer Grundhaltung zu fragen, hält der Polizeisoziologe dagegen für wenig gewinnbringend, denn schließlich hätten ja alle Polizisten einen Eid geschworen und sagen das, "was der Dienstherr auch hören will", so Behr.

Extremismusbeauftragte sinnvoll

Die Einsetzung eines Extremismusbeauftragten ist für Rafael Behr dagegen ein wichtiger Mosaikstein im Kampf gegen Rechtsextremismus bei der Polizei. Auch Supervision, die Möglichkeit für Polizisten, das eigene Handeln zu reflektieren, und anonyme Hinweismöglichkeiten könnten helfen, das Problem in den Griff zu bekommen, so der Polizeiforscher.

"Ich vermute im Übrigen, dass im Moment ganz viele Chats gelöscht werden." Rafael Behr, Polizeisoziologe

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