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Rechtsextreme treten in Buchenwald offener auf | BR24

© picture alliance / Bildagentur-online/Schoening

In der Gedenkstätte KZ Buchenwald treten rechtsextreme Besucher offener auf

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    Rechtsextreme treten in Buchenwald offener auf

    Antisemitische Einträge in Besucherbüchern, gezielte Störungen von Führungen - im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald verbreiten Rechtsextreme wohl immer offener ihr Gedankengut. Das stellt der Leiter der Gedenkstätte fest.

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    Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, hat von einem offenerem Auftreten rechtsextremer Besucher in dem ehemaligen Konzentrationslager berichtet. Der "Neuen Westfälischen" sagte er, es käme immer öfter zu "gezielten, vorbereiteten Störungen von Besucherführungen" durch Rechtsextreme.

    Rechtsextreme Äußerungen werden dokumentiert

    Laut Knigge mischen sich diese unter die Besuchergruppen und warten einen günstigen Moment ab, um die Opferzahlen infrage zu stellen oder den Holocaust leugnen. Häufig komme es dabei zu Filmaufnahmen, mit denen sich die Täter im eigenen Umfeld profilieren. Außerdem fänden sich in den Besucherbüchern zunehmend Eintragungen, die den Nationalsozialismus und auch die Konzentrationslager als sinnvoll und gut für die Deutschen bewerten, so der Historiker weiter.

    Äußerungen wie "wären die Lager noch in Betrieb, hätten wir kein Ausländer-Problem" seien ein "ernstzunehmendes Indiz, dass etwas wegbricht an Geschichtsbewusstsein, an mitmenschlicher Sensibilität und an politisch-demokratischer Orientierung", so Knigge. Deswegen hat er nun für die Gedenkstätte Buchenwald Konsequenzen gezogen: Die Besucherordnung wurde verschärft und Mitarbeiter trainiert, wie sie mit derartigen Stören umgehen.

    Schüler hören antisemitische Lieder nach KZ-Gedenkstätten Besuch

    Im November waren drei Schüler aus dem hessischen Grünberg angezeigt worden, weil sie nach einem Besuch im Konzentrationslager Buchenwald auf der Rückfahrt antisemitische Lieder gespielt hatten. Gegen die drei Schüler wurde anschließend wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

    Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) betonte anschließend, hetzerische Lieder und Beleidigungen seien "kein Kavaliersdelikt". Es müsse den Jugendlichen vor Augen geführt werden, "dass wir so etwas in unserem Land nicht dulden", so Lorz weiter.

    Staats- und Regierungschef bei Holocaust-Gedenken in Israel

    In Israel erinnern heute Staats- und Regierungschefs aus fast 50 Ländern an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Bei der Gedenkveranstaltung in Yad Vashem werden neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch Israels Regierungschef Netanjahu, Präsident Rivlin, dessen Amtskollegen aus Frankreich und Russland, Macron und Putin, US-Vizepräsident Pence und der britische Thronerbe Prinz Charles teilnehmen.

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