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Rechtsextreme Chat-Gruppen bei Polizei in NRW aufgedeckt | BR24

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In Nordrhein-Westfalen haben 29 Polizisten in mehreren Chatgruppen rechtsextreme Inhalte ausgetauscht. Laut Innenminister Reul wurden alle Beamten vom Dienst suspendiert. 14 von ihnen sollen entlassen werden.

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Rechtsextreme Chat-Gruppen bei Polizei in NRW aufgedeckt

Hakenkreuze und Reichskriegsflaggen: Mehreren Polizisten in NRW wird vorgeworfen, in Chatgruppen rechtsextremistische Hetze verbreitet zu haben. Der nordrhein-westfälische Innenminister Reul (CDU) spricht von einer "Schande für die NRW-Polizei".

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Mehreren Polizisten in Nordrhein-Westfalen wird vorgeworfen, rechtsextremistische Hetze in Whatsapp-Chatgruppen verbreitet zu haben. In einer Razzia sind heute mehr als 200 Polizeibeamte gegen ihre eigenen Kollegen vorgegangen. Insgesamt seien 34 Polizeidienststellen und Privatwohnungen durchsucht worden, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU). 29 Polizistinnen und Polizisten, die meisten von der Polizei Essen, wurden am Morgen vom Dienst suspendiert, gegen sie wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet. Gegen elf Beamte wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Innenminister spricht von "Schande für die NRW-Polizei"

In mehreren Whatsappgruppen sollen über 100 Bilder verbreitet worden sein, unter anderem Fotos von Adolf Hitler, aber auch eine fiktive Darstellung eines Flüchtlings in einer Gaskammer. Einige Beamte hätten aktiv Bilder verbreitet, andere womöglich nur empfangen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätten alle diese Personen in der Polizei nicht zu suchen, sagte Reul. Sie beschädigten das Ansehen der rund 50.000 Polizisten in Nordrhein-Westfalen. Er sprach von einer "Schande für die NRW-Polizei". Er wisse aber, dass der Großteil der Polizisten anständige Menschen seien.

Innenminister Reul: Es handelt sich nicht um Einzelfälle

Auf die Chatgruppen aufmerksam wurde die Polizei mehr oder weniger zufällig. Ein 32-jähriger Beamter der Polizei Essen wurde verdächtigt, Dienstgeheimnisse an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Bei der Durchsuchung dessen Privathandys seien dann rechtsextreme Fotos gefunden worden. Darauf folgte die Razzia in Essen, Mühlheim an der Ruhr, Oberhausen, Moers und Selm. Dabei seien weitere Handys beschlagnahmt worden. Der nordrhein-westfälische Innenminister Reul geht davon aus, dass durch die Auswertung weitere Teilnehmer gefunden werden. Er habe lange gehofft, dass es sich bei solchen Vorfällen um Einzelfälle handelt. "Aber ich kann heute nicht mehr von Einzelfällen sprechen." Als Konsequenz berief der Innenminister einen Sonderermittler, der rechtsextremistischen Taten in der nordrhein-westfälischen Polizei aufdecken soll.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich inzwischen über die Vorfälle. Der nordrhein-westfälische GdP-Vize Michael Maatz betonte: "Sie stehen für den Schutz unserer demokratischen Rechte - dass es trotzdem Beamte gibt, die in Chatgruppen rechtsradikale, fremdenfeindliche Inhalte teilen, ist unerträglich."

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