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Rechtschreibrat: Genderstern in der Erprobungsphase | BR24

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Lehrer und Lehrerinnen? LehrerInnen? Lehrer*? Wie soll künftig geschrieben werden, damit alle Geschlechter gleichermaßen berücksichtigt werden?

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Rechtschreibrat: Genderstern in der Erprobungsphase

Der Genderstern wird in das Regelwerk der deutschen Sprache vorerst nicht einziehen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich bei seiner Tagung in Passau einstimmig dafür ausgesprochen, den Sprachgebrauch zunächst weiter zu beobachten.

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Eine Entscheidung, die für den Moment keine ist: Der Rat der deutschen Rechtschreibung hat heute in Passau darüber abgestimmt, wie geschlechtergerechte Rechtschreibung aussehen könnte. Doch die Entscheidung lautete einstimmig: Vorerst die Sprachentwicklung zu beobachten und erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Entscheidung zu treffen.

Kontroverse Diskussion

Der Grund: Die gesellschaftliche Debatte über die Frage, wie neben männlich und weiblich ein drittes Geschlecht angemessen bezeichnet werden könnte, verläuft derzeit kontrovers.

"Wir befinden uns in einer Erprobungsphase, die der Rat nicht durch eine vorzeitige Festlegung beeinflussen will." Ratsvorsitzender Josef Lange

Außerdem zeichne sich auch in den unterschiedlichen deutschsprachigen Ländern keine Tendenz ab. In Ost-Belgien beispielsweise finde diese Debatte derzeit gar nicht statt.

Rat beobachtet Schreibgewohnheit

Zur Auswahl war auch gestanden, das Sternchen (*) - den sogenannten Asterisk - zu empfehlen. Mit dem * hinter Wörtern wie "Schüler*", "Lehrer*", „Sportler*" wären auch Frauen sowie all jene, die sich nicht einem Geschlecht zuordnen können, angesprochen, lautete die Argumentation. Doch das Sternchen sei erst seit 2016 im Umlauf. Auch das Binnen-I sei noch verbreitet.

Eine neue Schreibgewohnheit brauche bis zu fünf Jahre, um sich durchzusetzen, sagte Lange. Daher will der Rat beobachten und in etwa fünf Jahren erneut entscheiden.

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Der Genderstern wird in das Regelwerk der deutschen Sprache vorerst nicht einziehen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich bei seiner Tagung in Passau einstimmig dafür ausgesprochen, den Sprachgebrauch zunächst weiter zu beobachten.