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Razzia gegen Neonazigruppe "Blood & Honour" - Schwerpunkt Bayern | BR24

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Die Polizei ist mit einer bundesweiten Razzia gegen die verbotene sogenannte "Blood & Honour Division Deutschland" vorgegangen. Zwölf Beschuldigte sollen versucht haben, die verbotene rechtsextremistische Vereinigung wieder aufleben zu lassen.

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Razzia gegen Neonazigruppe "Blood & Honour" - Schwerpunkt Bayern

Die Polizei ist mit einer bundesweiten Razzia gegen die verbotene sogenannte "Blood & Honour Division Deutschland" vorgegangen. Zwölf Beschuldigte sollen versucht haben, die verbotene rechtsextremistische Vereinigung wieder aufleben zu lassen.

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Durchsucht wurden am Mittwochmorgen insgesamt 15 Objekte in mehreren Bundesländern, acht davon in Bayern: Auf Nachfrage erklärte die Generalstaatsanwaltschaft, man habe in Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen, Niederbayern), Oberaudorf (Landkreis Rosenheim, Oberbayern), Bad Reichenhall (Oberbayern), Schönau am Königssee (Landkreis Berchtesgadener Land, Oberbayern) und Rauhenebrach (Landkreis Haßberge, Unterfranken) Objekte durchsucht; des Weiteren mehrere Objekte an einem nicht näher benannten Ort.

Neonazigruppe "Blood & Honour" seit September 2000 verboten

Weitere Razzien nahm die Polizei in zwei Örtlichkeiten in Baden-Württemberg vor, in dreien in Thüringen, einer in Hessen und einer in Sachsen-Anhalt. Vier Personen wurden verhaftet, davon eine im bayerischen Oberaudorf. In allen vier Fällen lagen bereits Haftbefehle vor.

Das erklärten die Generalstaatsanwaltschaft München und das Polizeipräsidium Niederbayern. Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus ermittelt wegen des Verdachts, dass gegen das Vereinigungsverbot für "Blood & Honour" verstoßen wird.

Verbreitung von rechtsextremistischem Gedankengut

In der Pressemitteilung der Polizei heißt es, die zwölf Beschuldigten hätten geplant, die seit September 2000 verbotene sogenannte "Blood & Honour Division Deutschland" zu reanimieren, beziehungsweise fortzuführen. Außerdem hätten sie mit dem Vertrieb und der Vermarktung der "Marke" Blood & Honour rechtsextremistisches Gedankengut verbreitet. Es sollen dabei vor allem Musik-CDs mit verbotenem Rechtsrock-Liedern und Merchandising-Artikel mit verbotenen rechtsradikalen Symbolen nach Deutschland eingeführt und hier vertrieben worden sein.

SPD begrüßt Razzia: "Staatsregierung hat stets beschwichtigt"

Florian Ritter, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Bekämpfung des Rechtsextremismus, begrüßt in einer Pressemitteilung die durchgeführten Razzien. Die räumliche Verteilung zeige laut Ritter, dass eine größere Vernetzung der Gruppenmitglieder "Blood & Honour" vorhanden war.

"Immer wieder erreichen uns Parlamentarier Hinweise über Aktivitäten von 'Blood & Honour'. Die Staatsregierung hat hier stets beschwichtigt. Ich persönlich glaube ja, dass das Netzwerk nie weg war." Florian Ritter, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Bekämpfung des Rechtsextremismus

Gruppen aus Bayern wie etwa die 'Prollcrew Schwandorf' fahren laut Ritter zu Veranstaltungen ins europäische Ausland und feiern mit den dortigen "Blood & Honour Divisionen" deren langjähriges Bestehen. Ritter betont, dass sie außerdem an Konzerten teilnehmen, die dem rassistischen Netzwerk zugerechnet werden. Für den nächsten Innenausschuss kündigte Ritter einen Berichtsantrag an.

Das rechtsextreme Netzwerk "Blood & Honour" wurde in den achziger Jahren in Großbritannien gegründet und soll weltweit rund 10.000 Mitglieder haben. Die rechtsextreme Terrorzelle NSU wurde dem harten Kern der "Blood & Honour"-Bewegung zugerechnet, insbesondere dem militanten Arm "Combat 18". Die Zahl 18 steht für die Initialen Adolf Hitlers.

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Schlag gegen Rechtsextreme: Die Polizei hat bundesweit 15 Objekte durchsucht. Zwölf Beschuldigten wid vorgeworfen, sie wollten die verbotene rechtsextreme Vereinigung "BVlood & Honour" wieder aufleben lassen.