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Rauchverbot im Auto? Fragen und Antworten! | BR24

© pa / dpa / Franziska Gabbert

Zigarettenkippen in einem Auto-Aschenbecher

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    Rauchverbot im Auto? Fragen und Antworten!

    Mehrere Bundesländer wollen das Rauchen in Autos verbieten, wenn Kinder oder Schwangere darin sitzen. Doch wie könnte ein solches Verbot durchgesetzt werden und macht es überhaupt Sinn? Wir haben Fragen und Antworten zum Thema gesammelt.

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    In anderen Ländern in Europa ist es schon Normalität – das Rauchverbot im Auto. Unter anderem in Italien, Griechenland, Österreich und Frankreich darf im Auto nicht geraucht werden, wenn minderjährige Kinder Mitfahrer sind. In Italien gilt das Verbot auch, wenn sich eine schwangere Frau im Auto befindet.

    Auto-Rauchverbot auch in Deutschland?

    Nun soll auch in Deutschland ein Rauchverbot im Auto eingeführt werden. Mehrere Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, legen am Freitag eine Initiative für das Verbot im Bundesrat vor. Rauchen soll verboten werden, sofern Minderjährige oder Schwangere im Auto sitzen.

    Einschätzungen der Wissenschaft

    Das Verbot soll vor allem Kinder vor den Schäden durch Passivrauchen schützen. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum ist die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Auto fünf Mal so hoch wie in einer verrauchten Bar. Jährlich sterben in ganz Deutschland mehr als 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Für den Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ist dieses Verbot längst überfällig. Es solle selbstverständlich sein in Gegenwart von Kindern und Schwangeren nicht zu rauchen: "Wo diese Einsicht fehlt, muss der Staat eingreifen."

    Mögliche Probleme und Kritik

    Offen ist allerdings noch, wie das Gesetz kontrolliert werden soll. Auch die Länder in Europa, die ein solches Verbot schon eingeführt haben, tun sich damit schwer: Wie soll es zum Beispiel gelingen, eine Frau eindeutig als schwanger einzuschätzen? Die Frage ist schließlich auch, wie viel Zeit die Kinder tatsächlich im Auto verbringen. Vergleicht man diese Zeit mit dem Aufenthalt in der eigenen Wohnung, fällt die Belastung der Kinder im Auto eher gering aus. Kritiker betonen, man solle zuerst in dieser Umgebung ansetzen und nicht im Auto, wo sich die Kinder vielleicht eine Stunde am Tag aufhalten.

    Deutschland will nachziehen

    Die Initiative wird zunächst im Bundestag vorgestellt, anschließend werden die Ausschüsse der Ländervertretungen darüber beraten, bevor dann ein möglicher Gesetzesentwurf vom Bundesrat beschlossen werden könnte. Mit diesem müsste sich dann der Bundestag auseinandersetzen. Wenn das Gesetz beschlossen wird, drohen bei einem Verstoß bis zu 3.000 Euro Bußgeld.

    Da andere Länder in Europa dieses Verbot schon längst eingeführt haben, will Deutschland nun mitziehen. Wie gut es letztendlich kontrolliert wird und wie viel es tatsächlich bringt, ist noch nicht abzusehen.