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Rattengedicht: FPÖ-Chef Strache zieht Notbremse | BR24

© picture alliance/APA/picturedesk.com

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) bei der Pressekonferenz der FPÖ zur "Kampagnenpräsentation" in Wien.

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Rattengedicht: FPÖ-Chef Strache zieht Notbremse

Wegen eines sogenannten Rattengedichts hat FPÖ-Chef Strache den Rücktritt des FPÖ-Vizebürgermeisters von Braunau bekannt gegeben - Österreichs Kanzler Kurz (ÖVP) begrüßte den Entschluss. In dem Text hatte sich der Lokalpolitiker rassistisch geäußert.

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Am gestrigen Ostermontag sorgte ein "Gedicht" des FPÖ-Vizebürgermeisters von Braunau am Inn, Christian Schilcher, für landesweite Empörung: In einer FPÖ-Zeitung zog der FPÖ-Vizebürgermeister unter dem Titel "Die Stadtratte" Vergleiche zwischen Ratten und Menschen. Es wird das Bild von fremden und österreichischen Ratten benutzt, um auf die Gefahren "vermischter" Kulturen hinzuweisen.

Erneut hängt wegen dieser rassistischen Äußerungen der FPÖ-Rechtspopulisten der Koalitionshaussegen schief. Bundeskanzler Kurz (ÖVP) verlangte von seinem Koalitionspartner umgehend, sich von dieser Veröffentlichung zu distanzieren. Heute Vormittag erklärte FPÖ-Chef und Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache, dass der Lokalpolitiker sein Amt niedergelegt habe. Außerdem sei er bereits aus der FPÖ ausgetreten.

Nach Rattengedicht: Schaden von der FPÖ abwenden

Mit dieser Reaktion wollte Strache Schaden von der Partei abwenden: "Da wurde ein Bild gezeichnet, dass mit unserem Selbstbild nichts zu tun hat und auch nicht vereinbar ist." Deswegen seien diese Konsequenzen notwendig.

"Ein derartiges Fehlverhalten ist mit den Grundsätzen der Freiheitlichen Partei nicht vereinbar und daher war es auch der logische Schritt, diese klaren und eindeutigen Konsequenzen zu ziehen", erklärte Strache weiter.

"Nagetier mit Kanalisationshintergrund"

Über die Osterfeiertage wurde das Gedicht des Vize-Bürgermeister von Braunau am Inn in einer Parteizeitung der FPÖ veröffentlicht. Der Text "Die Stadtratte (Nagetier mit Kanalisationshintergrund)" sorgte landesweit für Empörung.

Bundeskanzler Sebastian Kurz und der oberösterreichische Landeshauptmann Stelzer verlangten, dass sich die FPÖ, die im Bund und in Oberösterreich mit der konservativen Volkspartei koaliert, von diesem Text distanziere.

Trotz Rattengedicht: FPÖ-Mann wollte keine Konsequenzen ziehen

Noch am Ostermontag hatte es der FPÖ-Lokalpolitiker Schilcher abgelehnt, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Er habe nur provozieren wollen und dabei missachtet, "dass der Vergleich von Mensch und Ratte historisch belastet und mehr als unglücklich ist".

In einer Erklärung von Bundeskanzler Kurz hieß es: "Die getätigte Wortwahl ist abscheulich, menschenverachtend sowie zutiefst rassistisch und hat in Oberösterreich und im ganzen Land nichts verloren. Es braucht sofort und unmissverständlich eine Distanzierung und Klarstellung durch die FPÖ."

Kurz zeigt sich zufrieden

Mit der heutigen Erklärung seines Stellvertreters zeigte sich Bundeskanzler Kurz zufrieden: Auf Twitter schrieb Kurz, der Rücktritt des Braunauer Vize-Bürgermeisters sei die einzig logische Konsequenz zu dem Gedicht gewesen.

Für Österreichs Oppositionsparteien hingegen ist die Distanzierung des Bundeskanzlers unzureichend. Kurz müsse jetzt die Reißleine ziehen, sagte der Fraktionschef der Liste "Jetzt", die sich von den Grünen abgespalten hat.