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Ramelow verteidigt Öffnungspläne für Thüringen | BR24

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Ramelow verteidigt im BR die Öffnungspläne für Thüringen

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Ramelow verteidigt Öffnungspläne für Thüringen

Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat im BR seine umstrittenen Corona-Lockerungspläne verteidigt. Ramelow wies dabei auf die Lage in seinem Bundesland hin. Danach gebe es aktuell in Thüringen 248 infizierte Menschen.

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In Thüringen sollen die landesweiten Corona-Schutzvorschriften bald enden - stattdessen plant der Landeschef, dass bei Bedarf lokal eingegriffen wird.

Die Hälfte aller Landkreise in dem Bundesland meldeten seit drei Wochen keine weiteren Infektionen, so der Ministerpräsident Bodo Ramelow im Interview mit dem BR. Mit Blick auf das Verhältnis zwischen Infizierten und Genesenen und den aktuell niedrigen Fallzahlen unterstrich Ramelow, nun sei es an der Zeit, aus dem Krisenmodus herauszugehen: "Wir wollen aus dem Krisenmodus raus, wir wollen in den Regelbetrieb rein." Thüringen habe laut Ramelow im Moment 248 Corona-Infizierte.

Ramelow: "Gefahr immer noch hoch"

Ihm sei es wichtig, dass die Hotspots vor Ort begleitet und kontrolliert würden. Dabei sei ihm die Gefahr durch das Virus bewusst.: "Die Gefahr ist immer noch hoch, es gibt keinen Grund leichtsinnig zu sein, aber wir können tatsächlich eine direkte Begleitung und Kontrolle und Abwehr dort machen, wo Infektionen stattfinden. Und nicht alle anderen permanent in eine Situation bringen, dass sie nicht wissen, ob das was sie tun richtig oder falsch ist."

"Gleiche Fragen überall in Deutschland"

Er habe schon davor Angst, dass die Menschen leichtsinnig werden. Aber so Ramelow: "wenn man in Italien die Grenzen aufmacht und wenn in Bayern überlegt wird wie man die Urlaubssaison vorbereitet, werden wir die gleichen Fragen überall in Deutschland haben."

In Thüringen soll es auch nach den angekündigten weitgehenden Lockerungen der Corona-Einschränkungen bei einer Maskenpflicht bleiben. Es werde die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften weiter geben, sagte Ramelow am Montag.

Kritik an Ramelows Plänen

Bayerns Ministerpräsident Söder bezeichnete die geplanten Lockerungen in Thüringen als "fatales Signal". Auch die Kommunen in Thüringen hatten sich skeptisch zu den Öffnungsplänen ab dem 6. Juni geäußert. Medienberichten zufolge hängen auch die Absage der heutigen Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin und die Pläne Ramelows zusammen.

Auch Bayerns Umweltministerin Melanie Huml hält die Vorschläge des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, die Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend zu lockern, für derzeit nicht verantwortbar. Dem BR sagte sie: "In meinen Augen ist dieser Vorschlag zu früh."

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil warf Ramelow vor, mit der geplanten Aufhebung landesweiter Corona-Maßnahmen Verschwörungstheoretikern hinterherzulaufen. Klingbeil sagte am Montag: "Ich erwarte von einem Politiker, dass man führt, dass man Orientierung gibt, aber dass man sich nicht von ein paar tausend Menschen, die sich mit Verschwörungstheorien auf die Plätze stellen, leiten lässt."

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