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Ramelow appelliert an Kritiker der Corona-Maßnahmen | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Martin Schutt

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow geht davon aus, dass Maßnahmen verlängert werden müssen und appelliert an Kritiker.

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Ramelow appelliert an Kritiker der Corona-Maßnahmen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hält ein Ende des teilweisen Lockdowns für verfrüht und geht von einer Verlängerung der Maßnahmen aus. Gleichzeitig appelliert er im Interview mit Bayern 2 an Kritiker der Corona-Einschränkungen.

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Von
  • Babette Bauer

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow reagiert mit Unverständnis auf die Kritik an den Corona-Maßnahmen. Der Linken-Politiker betonte, dass "wir im Verhältnis zu Europa immer noch nur ein Drittel der Infektionszahlen haben". In anderen Ländern wie Italien oder Spanien könne man sehen, was geschehe, wenn viel zu lange gezögert wird.

"Und deswegen ist jetzt kein Punkt zum Zögern, sondern ein Punkt zum Nerven behalten und wirklich Abstand halten." Bodo Ramelow

An Kritiker der Corona-Maßnahmen appellierte der Ministerpräsident auch angesichts steigender Neu-Infektionszahlen in seinem Bundesland: "Ihr könnt Schimpfen auf die Landespolitik, die Bundespolitik, aber bitte bleibt vorsichtig und bleibt gesund. Das sind erst einmal deutliche Appelle, in anderen europäischen Staaten hat man den Menschen gesagt, 'verlasst bitte das Haus nicht'. Solche Maßnahmen haben wir in Deutschland noch nicht einmal anwenden müssen."

Kampf gegen die Epidemie im Vordergrund

Mit Blick auf das Bund-Länder-Treffen am Mittwoch mit der Kanzlerin betonte Ramelow: "Es kommt nicht auf Parteibücher an und es kommt auch nicht auf die Frage des Föderalismus an, sondern es kommt auf den Kampf gegen die Epidemie an und es kommt darauf an, wie wir die Ansteckungswege unterbinden." Die Ministerpräsidenten wollen heute per Videoschalte ihre Linie abstimmen. Absehbar ist, dass der Teil-Lockdown im Dezember verlängert wird. Eine Ländervorlage sieht etwa vor, dass neben der Gastronomie auch die Freizeiteinrichtungen bis kurz vor Weihnachten geschlossen bleiben.

Maßnahmen bis zum 20. Dezember verlängert?

Die Maßnahmen würden bundesweit bis zum 20. Dezember verlängert, heißt es in einem entsprechenden Beschlussentwurf für die Beratungen der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Die Beschlussvorlage liegt dem Bayerischen Rundfunk vor.

Demnach sollen an privaten Zusammenkünften ab 1. Dezember maximal nur noch fünf Menschen aus zwei Haushalten teilnehmen können - und nicht mehr zehn. Ausnahmen solle es für die Weihnachtsfeiertage geben, an denen sollen auch Angehörige von mehr als zwei Haushalten zusammenkommen können, heißt es in der Vorlage. Auch dabei soll eine Obergrenze von fünf oder zehn Personen gelten, einen genauen Wert gibt die Beschlussvorlage noch nicht vor.

Es sei jedoch auch sinnvoll, so heißt es in dem Papier, dass man sich vor und nach den Feiertagen in eine "möglichst mehrtägige häusliche Selbstquarantäne" begeben solle. Jeder Bürger und jede Bürgerin sollte diese Maßnahme "für sich prüfen".

Demos gegen Corona-Maßnahmen in Bayern

In mehreren bayerischen Städten hatten am Sonntag wieder Menschen gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen im Freistaat demonstriert. In Nürnberg gingen etwa 750 Menschen auf die Straße, in Rosenheim bis zu 550, in Regensburg waren es nur einige Dutzend.

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