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"Querdenken": Keine Transparenz bei Spenden? | BR24

© picture alliance / Eibner-Pressefoto

29.08.: Querdenken Kundgebung in Berlin - Medienberichte zu Folge geht die Initiative intransparent mit Spendengeldern um

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    "Querdenken": Keine Transparenz bei Spenden?

    Die Initiative Querdenken soll in den vergangenen Monaten hunderttausende Euro an Spenden eingenommen haben. Die Plattform netzpolitik.org spricht von Intransparenz. Auch der Münchner Ableger "Querdenken 089" reagiert nicht auf BR24-Anfrage.

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    Seit Monaten rufen sie zu ihren Großveranstaltungen auf, seit Monaten bitten sie um Spenden: die Initiative "Querdenken 711" und die regionalen Ableger in ganz Deutschland. Mehrere hunderttausend Euro könnten so zusammengekommen sein, wie die Nachrichtenseite Netzpolitik.org berichtet.

    Die Nachrichtenseite veröffentlichte am Dienstag einen Artikel, in dem sie "Querdenken" Intransparenz vorwerfen. Darin heißt es: "Häufig bleibt es ein Geheimnis, wie und wofür das Geld verwendet wird, wie viel Geld wirklich schon überwiesen wurde und wer das Geld verwaltet." (Quelle)

    Nach Angaben auf der Homepage von "Querdenken 711" benötige die Initiative das Geld, um die Organisation von Demonstrationen und die Finanzierung von Klagen sicherzustellen. Auf der Homepage wird darauf hingewiesen, dass Einzelpersonen nicht mehr als 19.999 Euro im Lauf von zehn Jahren spenden dürften. Ab 20.000 Euro würde eine Schenkungssteuer fällig.

    Nach Angaben von Netzpolitik.org macht Querdenken nicht transparent, wie viele Spenden eingenommen und wofür sie genau verwendet wurden. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung der Finanzen gibt es nicht.

    Querdenken 089: Münchener Ableger ohne Angaben zu Spenden und Ausgaben

    Auch die Initiative "Querdenken 089", die am vergangenen Samstag eine Kundgebung mit 10.000 Teilnehmenden in München abhielt und ein lokaler Ableger von "Querdenken 711" ist, sammelt Spenden. Am Samstag gingen Ordner mit Sammelbüchsen durch die Demonstration. Online wird vor allem in der Telegram-Gruppe zu Spenden aufgerufen. Nach eigenen Angaben benötige die Initiative 10.000 Euro, um die Kosten der Veranstaltung am Wochenende zu decken.

    Briefkastenfirma im europäischen Ausland?

    In dem Bericht der Nachrichtenseite Netzpolitik.org ist ebenfalls die Rede von der Verflechtung der Initiative "Querdenken 711" mit der Organisation "Klagepaten", einem nicht eingetragenen Verein, in der Juristen organisiert sind, die mit der Bewegung sympathisieren. Nach Recherchen von Netzpolitik.org ist der Klagepaten-Gründer und Jurist Ralf Ludwig zuständig für die Spenden-Koordination und "überwacht die ordnungsgemäße Nutzung der Gelder".

    Laut dem Bericht gibt es Hinweise auf ein Netz unterschiedlicher Firmen und Initiativen. Auch lägen Hinweise auf Briefkastenfirmen im europäischen Ausland vor. "Querdenken" äußerte sich nicht zu den Recherchen von Netzpolitik.org.

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