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Quarantänepflicht: Österreich macht Grenzen praktisch dicht | BR24

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Österreichs Bundeskanzler Kurz verkündet Änderungen und Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Wien setzt diesemal auf ein "sehr konsequentes Grenzregime", so der Bundeskanzler.

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Quarantänepflicht: Österreich macht Grenzen praktisch dicht

Die Regelung trifft auch Skitouristen aus Deutschland: Um den Tourismus einzudämmen, verhängt Österreich für Einreisende aus Corona-Risikogebieten von Mitte Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Markus Söder begrüßt das.

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Von
  • BR24 Redaktion

Nach einem harten, zweiwöchigen Lockdown setzt Österreich darauf, die Corona-Infektionszahlen auch in Zukunft weiter niedrig zu halten. Mitte November sei man landesweit noch bei einer Inzidenz von 600 gewesen, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittag in Wien. Jetzt habe man die Chance, dass die Zahl bis Sonntag auf 250 sinke.

Zehntägige Quarantäne für Einreisende

Österreich setze nun auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Coronavirus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, so Kurz. Für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten gilt deshalb von Mitte Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht.

Als Kriterium für ein Risikogebiet gelten mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Betroffen seien damit praktisch alle Nachbarstaaten und speziell auch der Westbalkan, hieß es. Für Pendler und Geschäftsreisende soll es Ausnahmen geben. Frühestens nach fünf Tagen kann man sich mit einem negativen Test von der Quarantänepflicht befreien.

Skilifte öffnen unter Auflagen

Die Regelung trifft auch Urlauber und Skitouristen aus Deutschland. Die Lifte in den Skigebieten dürfen zwar ab dem 24. Dezember öffnen - können nun aber im Wesentlichen nur von Einheimischen genutzt werden.

Alle Gaststätten und Hotels müssen zudem bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Allerdings sind wirtschaftliche Hilfen geplant, unter anderem eine teilweise Umsatzentschädigung und ein Fixkostenersatz.

In der Diskussion, Skilifte EU-weit zu schließen, hatte Österreich stets ablehnend reagiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte Österreich aufgefordert, die Anlagen bis 10. Januar zu schließen. In diesem Zusammenhang können die Einreisebestimmungen auch als Entgegenkommen wirken.

Söder und Spahn begrüßen Quarantäne-Regelung

Söder begrüßte denn auch die Regelung: Bei Twitter schrieb der CSU-Chef: "Auch wenn es schwer fällt: Sicherheit geht vor. Die Ferien dürfen nicht zu einem Risiko werden."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, alle hätten die Erfahrungen aus Februar und März noch in den Knochen, dass durch den Rückreiseverkehr aus dem Skiurlaub das Virus teils unbemerkt in fast alle EU-Staaten mitgebracht worden sei. Dabei sei Skifahren für sich allein nicht das Problem, es gehe um Aktivitäten rundherum. Vor diesem Hintergrund begrüße er die Entscheidungen Österreichs.

Strenger Lockdown nur noch bis nächsten Montag

Am kommenden Montag beendet Österreich indes seinen ganz strengen Corona-Lockdown. Öffnen werden neben Pflichtschulen auch der Handel und "körpernahe" Dienstleister, wie zum Beispiel Friseure. Auch Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.

Treffen mit einem Haushalt wieder möglich

Auch private Treffen sind ab Montag in Österreich wieder erlaubt. Allerdings nur mit einem anderen Haushalt.

An Weihnachten sind maximal zehn Personen einschließlich Kindern bei einem Treffen erlaubt.

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Ein Weihnachtsurlaub in Österreich - der rückt für deutsche Touristen in weite Ferne.

Anmerkung der Redaktion: Zuerst war im Artikel davon die Rede, dass ab 7. Dezember die neue Quarantäne-Regelung für Einreisende aus Risikogebieten gilt. Laut ARD Studio Wien ist aber noch kein genaues Datum festgelegt, die Rede ist jetzt von Mitte Dezember. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

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