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Quarantäne und Corona-Test: Neue Pläne für Reiserückkehrer | BR24

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Im sogenannten Corona-Kabinett hat Bundeskanzlerin Merkel mit den Fachministern über die aktuelle Pandemie-Lage beraten. Ab Mitte Oktober sollen sich die Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ändern.

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Quarantäne und Corona-Test: Neue Pläne für Reiserückkehrer

Reisende, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, sollen sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. So plant es das Corona-Kabinett. Am 15. Oktober sollen endgültige Entscheidungen fallen.

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Von
  • Marcus Overmann
  • BR24 Redaktion

Bislang werden Corona-Tests häufig am Tag der Rückkehr aus dem Ausland vorgenommen. Doch diese Testergebnisse sind nicht sicher genug. Denn es kann sein, dass die Infektion erst vor Kurzem stattgefunden hat. Und das ist im Testergebnis - am Tag der Rückkehr - unter Umständen nicht erkennbar.

Corona-Test kann Quarantäne verkürzen

Nach den heutigen Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den zuständigen Fachministern soll nach fünf Tagen Quarantäne ein Corona-Test gemacht werden können. Wenn dieser Test negativ ausfällt, endet die Quarantäne. Die Rede ist hier von der Quarantäne, die nach der Einreise aus einem ausländischen Risikogebiet verpflichtend ist.

Deutlich mehr Antigen-Schnelltests

Die Bundesregierung setzt auf Antigen-Schnelltests, die zu Hause gemacht werden können.

"Wir hatten jetzt mehrere Wochen mehr als eine Millionen Tests pro Woche", erklärt Regierungssprecher Steffen Seibert heute nach der Sitzung des Corona-Kabinetts. Künftig soll es ein Nebeneinander von Labortests von Antigen-Schnelltests geben.

Ein Antigen-Schnelltests zu Hause habe den Vorteil, dass Infektionen schneller erkannt werden können. "Wobei man ganz wichtig sagen muss, dass Labortests und Schnelltests in ihrer Aussagefähigkeit keineswegs identisch sind. Da gibt es Unterschiede", sagt Seibert. "Nichtsdestotrotz können solche Antigen-Schnelltests, dort wo wir jetzt nicht testen, großen Nutzen bringen."

Digitale Einreise-Anmeldung

Personen, die aus Drittstaaten nach Deutschland einreisen, müssen sich online anmelden und registrieren lassen. Ohne Anmeldung wird die Einreise nicht mehr möglich sein. Ab wann genau das gilt, wird am 15. Oktober entschieden.

Die Daten der Reisenden werden dann auch an die Gesundheitsämter weitergeleitet, damit man dort einen besseren Überblick bekommt.

Beherbergungsverbote sind möglich

Wie man mit Reisenden aus innerdeutschen Risikogebieten umgehe, das sei Sache der Länder, sagt der Regierungssprecher. Das Land Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel entscheidet selbst, ob Reisende wieder nach Hause geschickt werden können, wenn sie aus einem Risikogebiet kommen. Beherbergungsverbote sind möglich, wenn jemand aus einer Region in Deutschland kommt, in der innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 von 100.000 Einwohnern positiv auf Corona getestet sind.

Was gilt als Risikogebiet? Wohnort oder Arbeitsplatz?

Was aber gilt für jemanden, dessen Wohnort kein Risikogebiet ist, der Ort der Arbeitsstätte aber schon. Oder umgekehrt. Auch das sei Sache der Länder darüber zu entscheiden, erklärt der Sprecher im Gesundheitsministerium.

Warum dürfen Bundestagsabgeordnete, die in Berlin-Mitte in einem Risikogebiet arbeiten, problemlos zurück in ihre Wahlkreise fahren? Diese Frage wird Regierungssprecher Seibert bei der Pressekonferenz heute gestellt, der verweist aber an den Bundestag und schaut dabei selbst etwas verunsichert in die Runde. Die Verwaltung des Bundestages wurde vom BR angefragt, die Antwort steht noch aus (Stand 5.10.2020 - 15.30 Uhr).

💡Was ist das Corona-Kabinett?

Montags trifft sich das kleine Corona-Kabinett. Unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel kommen die Verteidigungsministerin, der Finanz-, der Innen- und der Außenminister, der Gesundheitsminister und der Chef des Bundeskanzleramtes zusammen.

Mittwochs kommt das Bundeskabinett zusammen, zu aktuellen politischen Themen, an diesem Tag findet aber auch eine Lagebesprechung mit Experten statt, zum Beispiel aus dem Robert-Koch-Institut.

Donnerstags trifft sich dann das große Corona-Kabinett, bei dem zusätzlich zur Runde vom Montag auch die Fachministerinnen und Fachminister eingeladen sind, in deren Zuständigkeit Maßnahmen fallen. Wenn es also zum Beispiel um den Einsatz von Erntehelfern geht, nimmt Landwirtschaftsministerin Klöckner teil.

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