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Publizistin Liane Bednarz: Rechtspopulismus hinter Kirchenmauern | BR24

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Rechte Christen - sie sind sehr aktiv und sehr laut. Wie gefährlich das rechte Denken hinter Kirchenmauern ist, darüber forscht die Publizistin und Juristin Liane Bednarz.

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Publizistin Liane Bednarz: Rechtspopulismus hinter Kirchenmauern

Rechte Christen - sie sind sehr aktiv und sehr laut. Wie gefährlich das rechte Denken hinter Kirchenmauern ist, darüber forscht die Publizistin und Juristin Liane Bednarz.

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Bayern 2-radioWelt: Gibt es ganz spezielle Verbindungen in Bayern zwischen Christen und den neuen Rechten?

Liane Bednarz, Juristin und Publizistin: Das kann man nicht speziell auf Bayern beziehen. Man muss es, glaube ich, insgesamt auf Deutschland beziehen. Es gibt diese Verbindung, ganz klar. Die "Junge Freiheit" - sozusagen das Zentralorgan der gemäßigten neuen Rechten - hat in seinen Redaktionsgrundsätzen jetzt auch stehen, dass es christlich sei. Die deutsche neue Rechte tritt tatsächlich sehr bewusst christlich auf - das ist ein Mittel, um in bürgerliche Kreise vorzudringen.

Bayern 2-radioWelt: Stichwort Streitkultur - was sollte denn konkret stehen in den neuen sogenannten Arbeitshilfen, die die katholische Bischofskonferenz jetzt verteilen will?

Liane Bednarz: Ich bin sehr gespannt und ich hoffe mal, dass sie - wie auch andere Arbeitshilfen, die die evangelische Kirche in dieser Art schon publiziert hat - einerseits erklärt: Was ist überhaupt rechtes Denken? Dass sie die typischen Feindbilder darstellt - Islamisierung, Gender-Wahn, Bevölkerungsaustausch - und dann einen Fakten-Check macht. Den Menschen Argumente an die Hand gibt, die ihnen helfen, wenn sie konkret mit Leuten zu tun haben, die diese rechten Gedankenwelten äußern. Dass sie das ganz gut entkräften können, das ist meine Hoffnung in dieses Papier. Das ist auch wichtig, denn es ist tatsächlich - da spreche ich aus eigener Erfahrung - gar nicht so einfach, mit Rechtspopulisten zu diskutieren. Da muss man schon sehr viel Faktenwissen haben, um diese Leute irgendwie abzuholen und ihre Vorstellungen zu entkräften.

Bayern 2-radioWelt: Nicht nur die Kirche, auch die Politik sucht ja immer noch nach Lösungen, wie man umgeht mit Rechtspopulismus - zum Beispiel auch der AfD. Die CDU-Spitze hat gestern ein Koalitionsverbot mit der AfD beschlossen. Ist das der richtige Weg?

Liane Bednarz: Ja, das ist aus meiner Sicht wirklich der richtige Weg. Eine Partei, die im Kern wirklich anti-pluralistisch ist. Die so tut, als würden wir hier in einer Art Diktatur leben - Herr Gauland spricht von der Kanzlerdiktatorin, zieht permanent DDR-Vergleiche, der zusätzlich auch die Erinnerungskultur im Grunde lächerlich macht, indem er sagt, das sei alles nur ein Vogelschiss gewesen - das verbietet sich einfach. Gerade auch für eine konservative Partei wie die CDU. Insofern ist in diesem Punkt Ausgrenzung richtig. Man koaliert nicht mit solchen Leuten. Aber man sollte sehr wohl mit ihnen offensiv streiten.