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Prozess zu Missbrauchsfall von Staufen begonnen

Vor dem Landgericht Freiburg hat der erste Prozess im Fall eines Kindes begonnen, das in Staufen jahrelang von insgesamt acht Tatverdächtigen sexuell missbraucht wurde. Dabei hatte die Mutter ihren Sohn selbst im Internet den Pädophilen angeboten.

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Seit heute muss sich der erste Tatverdächtige vor Gericht verantworten. Der 41 Jahre alte Deutsche habe sich in mindestens zwei Fällen an dem heute neun Jahre alten Jungen aus dem südbadischen Staufen vergangen, sagte Staatsanwältin Nikola Novak zum Prozessauftakt. Es habe dabei schwerste sexuelle Übergriffe gegeben. Der Angeklagte habe über die Mutter des Jungen und deren Lebensgefährten Kontakt zu dem Kind bekommen. Das Paar habe den Jungen im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen. Zudem soll das Paar aktiv an den Misshandlungen beteiligt gewesen sein.

Schon einschlägig vorbestraft

Dem Mann droht nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei einer Verurteilung eine langjährige Haftstrafe, zumal er laut Gericht bereits wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft ist. Für den Prozess vor der Jugendschutzkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge zunächst drei Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könne es demnach in der nächsten Woche geben. Weitere Prozesse gegen die übrigen sieben Verdächtigen folgen, sie sitzen alle in Untersuchungshaft 

Das Opfer ist in staatlicher Obhut

Der missbrauchte Junge ist inzwischen in staatlicher Obhut. In dem am Donnerstag beginnenden Prozess gegen den 41-Jährigen ist er laut Gericht Nebenkläger. Persönlich vor Gericht erscheinen muss er aber nicht. Vertreten wird er von einer Anwältin, die sich auf Opferschutz spezialisiert hat.