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Prozess gegen Mesale Tolu geht in Istanbul weiter | BR24

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Prozess gegen Tolu geht weiter

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Prozess gegen Mesale Tolu geht in Istanbul weiter

Der Prozess gegen die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu wegen Terrorvorwürfen geht weiter. Tolu, die wieder in Deutschland lebt, wird nicht teilnehmen, ihr Mann schon. Ihm wurde bei der Einreise der Pass abgenommen.

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Der Prozess gegen die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu wegen Terrorvorwürfen geht in Istanbul weiter. Tolu werde nicht an der Fortsetzung des Verfahrens teilnehmen, sagte ihre Anwältin Kader Tonc.

Tolus Mann Suat Corlu wollte dagegen bei der Verhandlung dabei sein. Er reiste in die Türkei - bei der Einreise wurde ihm sein Pass abgenommen. Sie hätten ihm mitgeteilt, dass ein Gericht gegen ihn schon am 14. Mai eine Ausreisesperre verhängt hatte. Suat Corlu wollte sich Berichten zufolge gegenüber den Mitangeklagten solidarisch zeigen.

Ausreisesperre: Behörden nahmen Tolus Mann Pass ab

Mesale Tolu twittere daraufhin: "Suat wird nach dem Prozess nicht mehr zu seiner Familie zurückkehren können, weil sie ihm den Pass beschlagnahmt haben. Aber wir werden uns weiterhin für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen!"

Zur Prozessbeobachtung kündigte sich unter anderem die Grünen-Abgeordnete Margit Stumpp an.

Tolu war acht Monate in Haft

Tolu war bis vergangenen Dezember 2017 fast acht Monate lang in der Türkei inhaftiert gewesen und wurde danach unter einer Ausreisesperre in der Türkei festgehalten. Erst Ende August 2018 hatte sie nach Deutschland fliegen dürfen.

Bis zu 20 Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft wirft Tolu, ihrem Ehemann und weiteren Angeklagten Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei MLKP vor. Die gilt in der Türkei als Terrororganisation. Dafür könnte das Gericht eine Strafe von bis zu 20 Jahren verhängen.

Die Festnahme zahlreicher deutscher Staatsbürger hatte 2017 zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. Die prominentesten Inhaftierten waren neben Tolu der "Welt"-Reporter Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner. Sie alle durften inzwischen ausreisen. Die Prozesse gehen aber weiter.

Türkei in Rangliste der Pressefreiheit weit hinten

Laut Reporter ohne Grenzen steht die Türkei in der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 157 von 180. Erst am Mittwoch hatte ein türkisches Gericht sieben Journalisten wegen der Unterstützung der prokurdischen Zeitung "Özgür Gündem" zu Haftstrafen verurteilt.

Die Angeklagten wurden in Istanbul wegen "Terrorpropaganda" zu 15 bis 45 Monate Haft verurteilt, wie die Plattform für Pressefreiheit P24 mitteilte. Unter den Verurteilten war unter anderem auch die Menschenrechtsanwältin Eren Keskin.

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Autor
  • Claudia Steiner
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